Junge Garde rollt an
Generationswechsel im heimischen Radsportlager. Einige junge Hoffnungsträger radeln sich derzeit bei der Rundfahrt ins Rampenlicht.

Foto © GEPADaniel Schorn
Allzu viele Namen österreichischer Radsportprofis musste man sich in den letzten Jahren nicht merken. Bis auf die Handvoll anerkannter Straßenprofis, wie Bernd Eisel, Georg Totschnig, Thomas Rohregger, Rene Haselbacher oder Peter "Paco" Wrolich, beschränkte sich die Auswahl erfolgreicher heimischer Pedalritter eher auf solche, die sich mit Dopingskandalen selbst aus dem Rennen nahmen.
Dahinter? Flaute und weit und breit niemand, dem man einen Durchbruch auf internationaler Ebene ernsthaft zugtraut hätte. Doch zuletzt kam wieder Bewegung rein. Etliche junge Neoprofis scharren an der Eingangstüre in den großen Radsportzirkus, und fetten mit ihren Engagements bei ausländischen Teams die Legionärsfront auf. Wie die beiden NetApp-Fahrer Daniel Schorn und Matthias Brändle. Schorn (23) zeigte zuletzt mit zwei Top-Ten-Platzierungen beim Giro d'Italia auf, sprintete bei der Österreich-Radrundfahrt der 3. Etappe auf Rang zwei. Das blieb auch den Verantwortlichen des ÖRV nicht verborgen, die den Salzburger für das Straßenrennen bei Olympia nominierten. Auch sein Tiroler Teamkollege Matthias Brändle machte zuletzt beim Giro von sich reden, platzierte sich zudem bei der Murcia-Rundfahrt auf dem ausgezeichneten 19. Gesamtrang.
Überraschend der Wechsel von Sprinter Marco Haller von einem Continentalteam zum Protour-Rennstall Katjuscha. Dort hält man auf den 20-Jährigen Kärntner große Stücke, wenngleich er in aller Ruhe aufgebaut werden soll. "Er ist noch jung, daher bekommt er Zeit sich heranzutasten", erzählt sein sportlicher Leiter Gennady Mikhaylov. "Abgesehen davon, dass er ein toller Bursche ist, hat er auch das Zeug ganz vorne mitzumischen."
Einen gewaltigen Sprung nach oben hat der Steirer Georg Preidler (Type 1-Sanofi) gemacht. Schon bei der Tour de Suisse im Juni radelte der 21-Jährige einmal aufs Podium, bei der Österreich-Rundfahrt wird er mit ziemlicher Sicherheit das Berg-Gesamtklassement für sich entscheiden. In Lienz zog er das rot-weiß gepunktete Trikot erstmals über, im Ziel der 6. Etappe abermals. Sofern der Ex-Mountainbiker das Ziel vorm Burgtheater in Wien sieht, wird ihm das nun niemand mehr nehmen können.
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