Bangen um die Gäste aus Italien
Überschaubare Buchungszahlen zu Ferienbeginn. Zur Vorfreude auf den - gewöhnlich - starken August mischen sich Bedenken wegen Währungskrise. Italiener-Rückgang befürchtet.

Foto © ZollnerIn Osttirol könnte es statt "Benvenuti" vermehrt "Zimmer frei" heißen, befürchten Touristiker
Zu Beginn der Sommerferien kommt jedes Jahr merklich Schwung in die einzelnen Tourismusregionen des Bezirks. Die durchschnittliche Buchungslage lässt zumindest auf gewohnt gute Zahlen hoffen, es gibt aber auch pessimistische Stimmen.
"Die Situation ist ähnlich wie letztes Jahr: weder besonders gut noch besonders schlecht. Derzeit sieht man vor allem Gäste aus Deutschland und Österreich", erklärt Paula Müllmann, Regionalleiterin der Ferienregion Lienzer Dolomiten. Vergleichbar die Verhältnisse in der Ferienregion Hochpustertal: "Aktuell haben wir fast nur deutschsprachige Wanderer aus der Kategorie 40 plus. Überraschend hoch ist heuer allerdings der Anteil an Ungarn", freut sich Regionalleiter Otto Trauner. "Mit Ferienbeginn kommen jetzt natürlich die Familien." Gute Nachrichten hört man aus der Urlaubsregion Nationalpark. Regionalleiterin Inge Kollnig vermeldet für Mai eine Buchungssteigerung von 35 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr.
"Hohe Erwartungen"
Gäste aus Deutschland, Österreich und den Beneluxländern sind auch hier am häufigsten anzutreffen. "Pauschalreisen werden immer beliebter", merkt Kollnig an. In allen drei Regionen wird betont, dass man hohe Erwartungen in die italienischen Gäste stecke, deren Buchungen normalerweise einen starken August garantieren.
Genau diesen Umstand sieht Gerald Hauser, Obmann der Urlaubsregion Defereggental, sehr kritisch. Durch die Währungskrise könne die gewöhnlich gute Frequenz italienischer Gäste ausbleiben, beim Buchen seien sie auffallend zurückhaltend. "Fallen die Italiener weg, hätte das schlimme Auswirkungen für das Tal." Hauser kritisiert auch, dass die einzelnen Osttiroler Tourismusregionen keine eigene Marketingkompetenz mehr haben, sondern nur mehr über die Destination Osttirol geworben wird.
Features
Herkunftsländer 2011
Lienz. Österreich war die stärkste Gästenation, gefolgt von Deutschland und Italien.
St. Jakob. Deutschland dominierte, Platz zwei: Österreich, Platz drei: Italien.
Matrei. Deutschland, Österreich, Niederlande und Tschechien waren am stärksten vertreten.
Sillian. Hauptsächlich Deutsche, Österreicher und Italiener.














