Die Bergrettung zwischen Freude und tiefer Trauer
Jahreshauptversammlung der Osttiroler Bergrettung war geprägt vom Andenken an den tragischen Tod des Alpinpolizeichefs Franz Franzeskon, von spektakulären Rettungsaktionen und der hohen Auszeichnung für drei Ärzte.

Foto © HatzBeim "Osterwunder" - der Bergung eines Ungarn aus einer Gletscherspalte - war Franz Franzeskon (unten) noch dabei. Wenige Wochen später verunglückte er tödlich
Die Stimmung im Saal der Wirtschaftskammer Lienz war Freitagabend mehr als bedrückend. Die Bezirksstelle der Bergrettung Osttirol hatte ihre Mitglieder zur Jahreshauptversammlung geladen. Gleich zum Auftakt wurde an den auf so tragische weise tödlich verunglückten Franz Franzeskon gedacht. Der Chef der Alpinpolizei war selbst Mitglied der Bergrettung Matrei und kam, wie berichtet, bei einer Gletscherbergung Ende April 2012 ums Leben.
"Der Tod von Franz zeigte die Grenzen unserer Einsätze auf", sagte Bergrettungsarzt Peter Kraler. Der stellvertretende Leiter der Osttiroler Bergrettung, Markus Bstieler, zeigte sich verärgert über den Leichtsinn vieler Alpinisten, die unangeseilt über den Gletscher gehen würden.
Hinweistafeln am Gletscher
"Wir überlegen Hinweistafeln aufzustellen, die vor einem Gang ohne Seil über die Gletscher warnen sollen. Für mich ist unverständlich, wie man im Venedigergebiet unangeseilt, aber mit Seil im Rucksack, gehen kann", so Bstieler. Auch der damals abgestürzte Slowake unterhalb des Rainerhorns hatte sein Seil im Rucksack mitgeführt. Bstieler verteidigte die damalige Bergung des toten Slowaken aus der 40 Meter tiefen Spalte: "Es stehen überall persönliche Schicksale und Familien dahinter."
Für Ekkehard Wimmer von der Landesleitung gelten die Osttiroler Bergretter als die "Spaltenberger der Nation". Bezirkshauptfrau Olga Reisner gab sich geprägt und tief beeindruckt vom Zusammenhalt in der Rettertruppe. Als Zeichen des Mitgefühls überreicht Franz Striemitzer von der Wasserrettung ein selbst gefertigtes Kreuz mit dem Porträt von Franzeskon. "Ihr werdet einen geeigneten Ort dafür finden", so Striemitzer. Zum Abschluss seines Jahresberichtes bedankte sich Obmann Peter Ladstätter, inspiriert von der symbolischen Geste der Wasserrettung, bei allen Beteiligten für die Anteilnahme nach dem "Bergdrama am Rainerhorn". Ladstätter: "Bei uns ist auch in schwierigen Zeiten jeder mit Herzblut dabei, das ist gelebte Kameradschaft." In der Trauer wollte Ladstätter nicht auf Erfreuliches vergessen. Erstmals in der Geschichte der Bergrettung werden bei der Landesversammlung in Telfs drei Osttiroler Notärzte - Peter Kraler, Helmut Latscher und Franz Krösslhuber - mit der Ehrenmitgliedschaft, der höchsten zu vergebenen Ehrung, ausgezeichnet.
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Ortsstellen. Im Bezirk Lienz gibt es acht Ortsstellen der Bergrettung - Kals, Matrei, Lienz, Obertilliach, Prägraten, Sillian, Defereggental und Virgen.
Mannschaft. Derzeit gibt es 468 männliche Bergretter und acht Frauen im Bergrettungsdienst.
Ärzte. Für die medizinische Versorgung stehen sieben Ärzte und eine Ärztin zur Verfügung.















