Ein Dorf wird Heimat für benachteiligte Kinder
Integriertes SOS-Kinder- und Familiendorf Nußdorf-Debant wurde offiziell eröffnet. Das Pionierprojekt kostete rund sechs Millionen Euro, die Hälfte stammt aus dem Erbe von Ursula Teichmann.
Die Marktgemeinde Nußdorf-Debant hatte am vergangenen Samstag allen Grund zur Freude: In Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf, der Osttiroler gemeinnützigen Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft (OSG) und der Gemeinde konnte ein integriertes SOS-Kinder- und Familiendorf mit 38 Wohneinheiten realisiert werden. "Es geht darum, sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche wieder in unsere Mitte zu holen, sie zu beheimaten und bestmöglich darauf vorzubereiten, dass sie sich als Erwachsene gut in die Gesellschaft integrieren", betonte Helmut Kutin, SOS-Kinderdorf-Präsident.
Ein Pionierprojekt
Dorfleiter Johannes Schaubensteiner freute sich über die Herausforderung eines offenen Kinderdorfes und möchte das Zusammenleben der Kinder und Familien mit den Nachbarn fördern. Auch Franz Robitsch, Vorsitzender von SOS-Kinderdorf Osttirol, zeigte sich glücklich darüber, dass nach langen und intensiven Diskussionen und Planungen nun ein Dorf voller Kinder- und Familienleben eröffnet werden konnte. "Das SOS-Kinderdorf war und wird immer ein wichtiger Bestandteil unserer Gemeinde bleiben", sagte Bürgermeister Andreas Pfurner, der von Anfang an von der Integrationsidee überzeugt war. Gemeinsam mit OSG-Obmann Rainer Brugger überreichte OSG-Geschäftsführer Georg Theurl einen Spendenscheck in Höhe von 3600 Euro an Schaubensteiner und Robitsch.
Rund sechs Millionen Euro kostete der Neubau des SOS-Kinderdorfes. Dabei spendete Nivea/Beiersdorf über eine Million Euro. Ursula Teichmann, verstorben 2008 in Windeck in Deutschland, hat SOS-Kinderdorf in ihrem Nachlass zum Alleinerben bestimmt, und spendete somit drei Millionen Euro für das Projekt. "Sie selbst hat als Kind den Krieg erlebt und hatte den Wunsch, Kindern Geborgenheit zu geben und ein Zuhause zu sichern", sagte Rechtsanwältin Rita Römer-Moch, die den Nachlass von Frau Teichmann verwaltet. Als Dank für die Unterstützung von Nivea und Frau Teichmann, wurde eine Gedenktafel im Verwaltungstrakt des SOS-Kinderdorfes angebracht.
Bevor Pfarrer Toni Mitterdorfer gemeinsam mit Hans Hecht dem Kinderdorf den Segen erteilte, sang Landeshauptmann Günther Platter gemeinsam mit der Band "Coo-Coo-Doo" ein Ständchen.
Features
FAKTEN
Eröffnung. Seit 1955 gehört das SOS-Kinderdorf zum Selbstverständnis von Nußdorf-Debant und ist das zweitälteste SOS-Kinderdorf von Österreich
Zahlen. 13. März 2010: Spatenstich und Baubeginn. Schlüsselübergabe: 26. August 2011. Insgesamt gibt es 37 Wohnungen, davon neun SOS-Wohnungen und 28 Mietwohnungen














