Helichef vermutet Nebelbank als Auslöser
Nach dem tödlichen Bergeunfall am Großvenediger in Osttirol gibt es Rätselraten, warum es zu dem tragischen Unfall mit einem toten Alpinpolizisten und zwei zum Teil schwer verletzten Bergrettern gekommen ist.
Heli-Austria-Chef Roy Knaus verwies am Sonntag im Gespräch mit der APA auf Informationen des "sehr erfahrenen Piloten", der angesichts der plötzlich eingefallenen Nebelbank sich für ein Auslösen des Transportseils entschieden habe, um "Schlimmeres" zu verhindern. Nicht nachvollziehbar sei, warum ein "firmenfremder Flughelfer" - der später getötete Alpinpolizist - mit dabei gewesen sei. Der eigentlich zum Hubschrauber gehörende Flughelfer habe denselben Vornamen, berichtete Knaus.
Am Nachmittag befand sich der Rettungshubschrauber "Martin 4" im Tal. Der Pilot wurde von der Polizei einvernommen. Dabei handle es sich um einen hauptberuflich bei der Austro Control beschäftigten Fluginspektor, der seit einem halben Jahr nebenberuflich bei der Heli Austria arbeite und mit 2.500 Flugstunden als "sehr erfahren" einzustufen sei, betonte Knaus.
Der Pilot habe bei den Shuttleflügen Bergretter und Alpinpolizisten zur Gletscherspalte gebracht, in die ein 35-jähriger Slowake gestürzt war. Dabei habe er geglaubt, der "firmeneigene" Flughelfer mit dem gleichen Vornamen "Franz" sei am Seil. Maximal drei Personen (inklusive Flughelfer) dürften dabei mitgenommen werden.
Nach der Information über Funk durch den Alpinpolizisten, die Maschine sei fünf Meter über Grund, sei der Pilot tiefer gegangen und habe angesichts des eingefallenen Nebels entschieden, die beiden Haken auszulösen. Möglicherweise seien die tödlichen Verletzungen dadurch entstanden, weil die beiden Bergretter auf den Alpinpolizisten gefallen seien. Dies müsse nun in den Untersuchungen geklärt werden.
Bis wann die Untersuchungen von Flugunfallkommission, Polizei und Staatsanwaltschaft abgeschlossen sein können, darüber wollte Knaus nicht spekulieren. Er rechne aber mit "mehreren Wochen".















