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Zuletzt aktualisiert: 25.04.2012 um 21:36 UhrKommentare

Für "Stromautobahn" fehlt noch der Plan

380-kV-Ring hat österreichweit zwei Lücken - eine in Kärnten. Masterplan von Verbund-Tochter APG sieht Lückenschluss bis 2020 vor. Kelag-Vorstand würde es begrüßen.

Foto © Fotolia

Wird in einigen Jahren eine "Stromautobahn" in Form einer 380-kV-Leitung von Völkermarkt über das Rosental nach Lienz führen? Zwar will es keiner der Zuständigen in der Deutlichkeit sagen, aber es wird wohl kein Weg an ihr vorbeiführen. Denn Lücken hat der 380-kV-Ring in Österreich nur noch in Kärnten und Salzburg. Und die Verbund-Tochter Austrian Power Grid AG (APG), die für das Übertragungsnetz in Österreich verantwortlich ist, hat einen Masterplan: Ein Punkt in diesem ist der "Netzraum Kärnten".

Dort ist zu lesen, dass der geplante Ausbau von Pumpspeicherkraftwerken und eine bessere Abstützung des 110-kV-Netzes der Kelag Netz GmbH eine Verstärkung des Übertragungsnetzes im Raum Kärnten erfordern. Also jenes Netzes, das den Strom dorthin transportiert, wo ihn die Landesenergieversorger - in Kärnten die Kelag - abholen und zum Verbraucher weiterleiten. Als Zeithorizont wird 2020 genannt.

Heinz Kaupa, Vorstandssprecher der APG, formuliert es, wohl auch angesichts der Bürgerinitiativen, die sich mittlerweile in betroffenen Gemeinden formiert haben, etwas vorsichtiger: "Im Netzraum Kärnten gibt es vor allem dann Handlungsbedarf, wenn weitere große Pumpspeicherkraftwerke gebaut werden sollten. Ob und wie das passieren wird, liegt nicht in unserem Einflussbereich. Wir sprechen aber jedenfalls von einem Zeithorizont von mehr als zehn Jahren. Aktuell gibt es keinerlei konkrete Pläne bezüglich der Schließung des 380-kV-Rings."

"Kernstück 380-kV-Ring "

In dem Netzentwicklungsplan der APG heißt es weiter: Mit der Verstärkung des Netzraumes Kärnten kann der 380-kV-Ring in Österreich vollendet werden. Wie wichtig wäre dieser Lückenschluss für die APG? "Der 380-kV-Ring ist das Kernstück des APG-Netzkonzeptes. In Kärnten ist die Dringlichkeit aber weniger hoch als etwa in Salzburg, da die bestehende 220-kV-Leitung im Vergleich zu den anderen 220-kV-Leitungen der APG deutlich höhere Transportkapazitäten hat", so Kaupa.

Das Übertragungsnetz fällt zwar grundsätzlich nicht in die Zuständigkeit der Kelag, sehr wohl hat Kelag-Vorstandssprecher Hermann Egger aber eine Meinung dazu: "Wenn man sich die Netzkarte in Europa ansieht, ist ersichtlich, dass es im 380-kV-Netz in Österreich noch zwei Lücken gibt: Salzburg und Kärnten. Für die Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität in Zukunft ist der Lückenschluss unumgänglich."

2009 hat die APG die Lücke in der Steiermark geschlossen. Zuvor wurde zwei Jahrzehnte lang heftig gestritten. Die Bürger in den betroffenen Gemeinden haben sich gegen die Hochspannungsleitung gewehrt. In Salzburg gibt es aktuell heftige Diskussionen. Die Stadt Salzburg möchte die geplante 380-kV-Leitung gemeinsam mit einer Bürgerinitiative zu Fall bringen. Und sollten die Pläne für eine 380-kV-Leitung in Kärnten konkreter werden, dürften auch hier Bürgerinitiativen verstärkt aktiv werden. "Die Leute sagen, ich will Versorgungssicherheit, aber nicht vor meiner Tür", sagt Egger. Für die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit Kärntens wäre, so Egger, die Errichtung eines 380-kV-Netzes zu begrüßen.

Neue Trassenführung

Technisch gesehen dürfte die bestehende 220-kV-Leitung, die von Völkermarkt nach Lienz führt, durch eine als Freileitung geführte 380-kV-Leitung ersetzt werden. Dass die Trassenführung gleich bleiben würde, ist auszuschließen. Teile der Leitung würden für eine übergeordnete Spannungsebene zu nahe an besiedelten Gebieten vorbeiführen.


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