Musikgenie mit Osttiroler Wurzeln
Wolfgang Mitterer, Pionier der Elektronenmusik, Künstler, Musiker und Komponist, macht kein Aufsehen um seine Person. Die Kleine Zeitung wollte mehr wissen.
So manches Supertalent ist dem Bezirk entsprungen. Da die Osttiroler besonders musikalisch sind, verwundert es nicht, dass einige dabei sind, die internationale Anerkennung finden. "Ich verstehe den Rummel um meine Person nicht", meint Wolfgang Mitterer, ein Talent, auf das der Bezirk stolz sein darf.
Der 1958 in Lienz geborene Ausnahmemusiker maturierte 1976 als Klassenkollege des ehemaligen Lienzer Bürgermeisters Johannes Hibler, am Bundesrealgymnasium Lienz. Er stammt aus einer musikalischen Familie, so studierte er 1977 in Graz bei Otto Bruckner, 1978-1983 in Wien Orgel und Komposition, dann absolvierte er ein Jahr im Studio für elektronische Musik in Stockholm. Derzeit lebt der Künstler in Wien.
Anerkannter Experte
In Osttirol war er bereits als junger Student mit seinen Orgelkonzerten in diversen Kirchen ein Begriff. Mitterer gilt heute als Genie und wird in der österreichischen Kulturszene als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Komponisten der Elektronenmusik gehandelt. Er wählt unterdessen für seine Konzerte gerne ausgefallene Orte, so trat er in einem Steinbruch oder in einer stillgelegten Festungsanlage auf. Die Palette seiner Kompositionen erstreckt sich von Elektronikstücken, über Szenisches, bis hin zu Oper. Er ist spezialisiert auf Tasteninstrumente. Experimentelle Kunst mit durchaus technischer Komponente ist sein Genre. Seine eigenen Interpretationen und Improvisationen hinterlassen einen tiefen Eindruck. Diese Klanginstallationen sind ein schräges Farbenspiel zwischen Mensch und Instrument. Typstark, ernst und kantig, - seine Gesichtszüge spiegeln sich in seiner Improvisationsmusik wider. Seine Arbeit fordert den ganzen Menschen, sein Orgelspiel vollen Körpereinsatz.
Trotzdem bescheiden
Termine und Aufträge in Deutschland, Österreich, Luxemburg, Belgien und anderen Ländern Europas erlauben dem Künstler kaum eine Atempause. So trat er in Innsbruck im Jänner 2012 mit Josef Klammer und Martin Philadelphy als "Trio Badminton" auf. Josef Klammer, Schlagzeuger, Freund und Kollege, beschreibt Mitterer als ausgesprochen angenehm, ruhig und innovativ. "Weder Lob noch Tadel bringen den Weisen aus dem Gleichgewicht," heißt es in einem alten japanischen Sprichwort. Mitterer ist trotz des großen Erfolgs bescheiden: "Meine Musik kommentiere ich nicht gerne, vielleicht erwähnenswert ist, dass ich momentan an einem Stück für sechs Chöre, Orgel und Electronics für die Friedenskirche in Ludwigsburg arbeite, sowie an einem "Konzert für Orchester, Orgel und Electronics" für das Festival "Musica Viva" und das Bayrische Rundfunkorchester in München," lässt er in einem Nebensatz durchblicken.
In Osttirol ist Mitterer selten. Hier leben noch seine Eltern und Verwandten. In St. Justina spielt er aus Tradition immer wieder gerne die weihnachtliche Mitternachtsmesse.















