Leitstelle: Bürgermeister schwänzen Termin
Besuch der Landesleitstelle wird nach drohendem Aus für Alarmierung im Bezirk vom Gros der Bürgermeister boykottiert.
Quer durch Osttirol laufen seit Tagen die Telefone heiß. Bezirkshauptfrau Olga Reisner ist bemüht, am Montag möglichst viele Bürgermeister nach Innsbruck zu bringen. Geht es doch darum, einer Einladung der Landesleitstelle zu folgen. Diese Einladung mit der Zusatzinformation, dass der Notrufbereich Osttirol mit 27. April auf die Landesleitstelle aufgeschaltet wird, löste im Bezirk jedoch heftigen Protest aus. Würde diese Aufschaltung doch das Ende der Bezirksleitstelle des Roten Kreuzes bedeuten (wir berichteten).
Die Begeisterung der Osttiroler Bürgermeister hält sich sehr in Grenzen. Einstimmig haben alle 33 im August 2009 eine Resolution gegen die Auflassung der Bezirksleitstelle verabschiedet. Für viele von ihnen ist das ein triftiger Grund, dem Termin demonstrativ fernzubleiben.
So klar kommt das in ihren Begründungen nicht rüber. Verhinderung ist ein oft genanntes Argument. Erwin Schiffmann (Sillian) ist beim ÖVP-Bezirksobleutetreffen. Franz Hopfgartner (Hopfgarten) und Dietmar Ruggenthaler (Virgen) haben einen unaufschiebbaren Termin mit einer Baufirma in Sachen Kanalbau. Andreas Pfurner hat ebenso aus Termingründen keine Zeit.
"Ein Bus mit 20 Sitzplätzen ist geordert", sagte Reisner gestern. Sie rechnet mit zehn bis 20 Bürgermeistern. Insider sprechen jedoch von maximal sechs bis sieben Teilnehmern. "Ich möchte für eine Verschiebung des Termins bis nach den Verhandlungen um die Bezirksleitstelle plädieren, weil eine Besichtigung der Landesleitstelle derzeit einen schalen Beigeschmack hat", sagt Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Andreas Köll.














