Für Einsatz an der Ostgrenze geehrt
200 Mann des Hochgebirgsjägerbataillons 24 wurden gestern bei einem Festakt in Eisenstadt geehrt - der Verband war 21 Jahre durchgehend an der Ostgrenze im Assistenzeinsatz.
Die österreichischen Grenzregionen sind sicherer geworden, das Bundesheer hat dazu in den letzten 21 Jahren einen wesentlichen Beitrag geleistet." Das war die Kernaussage von Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) bei seiner Festrede gestern vor dem Landhaus in Eisenstadt. Zum Festakt war das letzte im Einsatz stehende Kontingent angetreten - 200 Soldaten des Jägerbataillons 24 aus Lienz und St. Johann in Tirol.
Das Tiroler Bataillon wurde 1990 als erster Verband im Assistenzeinsatz zur Grenzraumüberwachung eingesetzt. "Mit Schengen im Jahr 2007 haben sich die Aufgaben unserer Soldaten auf Beobachten und Melden beschränkt", sagt Thaddäus Weiler, Pressesprecher des Bataillons. "Davor waren die Soldaten meist zu zweit auf Patrouille. Konnte ein Illegaler gestellt werden, wurde er über die Kompanie in das Sammellager nach Neusiedl gebracht und der Polizei übergeben", erinnert er sich. Und auch daran, dass Osttiroler Soldaten hin und wieder Heimweh gehabt haben. "Dann haben wir ihn halt zwei bis drei Tage heimgeschickt, bis es wieder gegangen ist", erzählt Weiler und zeigt Verständnis für die Grundwehrdiener.
"Viele sind das erste Mal länger von zu Hause fort gewesen. Die Wiener brauchten sich nur in die Schnellbahn zu setzen und waren in kürzester Zeit daheim."
Keine tragischen Fälle
Tragische Zwischenfälle oder gar Selbstmorde hätte es bei den Osttirolern nicht gegeben. Weiler erinnert sich aber an ein tragisches Ereignis, als er selbst im Jahr 1992 in Zurndorf stationiert war: "Im Nachbargefechtsstand in Pama hat sich ein Soldat selbst erschossen, als er mit dem Lastauto von einem Fahrbefehl zurückgekommen ist."
Gestern bei der Verabschiedung erhielten die 200 Tiroler Soldaten Einsatzmedaillen. "Als sichtbares Zeichen der Wertschätzung", so Norbert Darabos.
Features
FAKTEN
Assistenzeinsatz. Hochgebirgs-jägerbataillon 24 als erster Verband 1990 im Einsatz und am 16. Dezember 2011 als letztes Kontingent verabschiedet
Letzter Einsatz. Seit 31. Oktober 2011 Überwachung eines Grenzabschnittes von 300 Kilometern im Hinterland; begleitet von Hptm. Markus Lobenwein in Bruckneudorf (Burgenland) und Olt. Johannes Trixl in Ebenthal (Niederösterreich)
Osttiroler Soldaten. Seit 1990 waren rund 7000 im Assistenzeinsatz
Aufgriffe. Insgesamt wurden über 90.000 illegale Grenz- gänger aufgegriffen
Höchstwert. Im Jahre 2001 mit 11.000 Aufgriffen
Seit Schengen-Abkommen 2007. Aufgaben beschränkten sich auf Beobachten und Melden














