Flugplatz zwischen Risiken und Rückbau
Sicherheitsmängel und ein Schwarzbau. Trotzdem wurde Sanierungsfrist auf dem Flugplatz Nikolsdorf verlängert. Findet sich kein "Sanierer", droht Rückbau in ge-setzmäßigen Zustand.
Kurios, teilweise gesetzeswidrig und damit gefährlich sind die Zustände auf dem Flugplatz Nikolsdorf. 2009, bei einer Überprüfung durch die Bezirkshauptmannschaft Lienz, wurden zum Teil arge Mängel festgestellt. Insbesondere haperte es bei der Piste, auf der gestartet und gelandet wird. Und dort hapert es noch heute. Eine erste Bescheidfrist zur Sanierung der Mängel war mit 10. Juni 2010 festgesetzt. Dieser Termin hielt nicht. Die Behörde stellte einen Übergangsbescheid aus. Die Frist wurde bis 2013 erstreckt - trotz Gefahr im Verzug. Warum? Die Piste ist als Graspiste mit 500 Metern Länge und 30 Metern Breite genehmigt.
Ihre tatsächliche Breite beträgt aber nur 24 Meter. Durch diese Graspiste läuft ein Asphaltstreifen, 620 Meter lang und zwölf Meter breit. Gemäß Gesetz müsste er 18 Meter breit sein - aber das Gesetz fand hier keinen Raum. Der Asphaltstreifen ist ein Schwarzbau. Damit nicht genug: Auch die Rollwege haben bei vorgeschriebener Mindestbreite von 7,5 Metern nur vier Meter.
Rückbau oder Ausbau?
Bezirkshauptfrau Olga Reisner, die 2010 die Frist für die Sanierung verlängerte, lässt sich zum Thema Sicherheit nicht festnageln. Sie sagt: "Der Flugplatz ist frisch überprüft worden, Vorgaben wurden großteils umgesetzt und für noch offene Punkte gibt es klare Umsetzungsaufforderungen." Zur Zuständigkeit meint sie: "Es gibt im Luftfahrtgesetz keine Pflicht für eine Überprüfung durch die Bezirkshauptmannschaft. Der Tourismusverband Osttirol (TVBO) unter Obmann Franz Theurl ist als Halter- und Pächter des Flugplatzes aufgefordert, bis 2013 den gesetzmäßigen Zustand herzustellen. Ein Rückbau in den gesetzmäßigen Zustand (Graspiste) würde rund 150.000 Euro kosten. Ein Ausbau der Piste mit Asphaltbahn und Rollwegen wird auf eine Million Euro geschätzt. Der Halter- und Pachtvertrag des TVBO läuft mit 31. 12. 2011 aus. Der Aufsichtsrat des Verbandes genehmigte im September nur mehr eine reine Pachtverlängerung auf drei Jahre.
Wer den Platz in Zukunft weiterbetreibt und damit auch saniert, ist offen. Reisner: "Findet sich kein Betreiber, fällt die Betreiberpflicht auf den TVBO zurück." Theurl will daran gar nicht denken: "Es gilt so schnell wie möglich eine Betreiberlösung mit Planungsverband Lienzer Talboden, Osttirol-Invest und Land zu finden." Dann sei nicht Rückbau in den gesetzmäßigen Zustand, sondern Sanierung und Ausbau angesagt.
Features
FAKTEN
Genehmigung. Der Flugplatz ist für Motorflugzeuge bis 2000 Kilo mit Graspiste genehmigt.
Graspiste. Genehmigt 500 mal 30 Meter, festgestellt wurde eine Breite von nur 24 Metern.
Asphaltstreifen. Nicht genehmigt, zu kurz, entspricht nicht der Zivilflugplatzverordnung und nicht den internationalen Zivilluftfahrt-Bestimmungen.














