Rückbau in der Kernzone ist ein Muss
Harte Bandagen wegen illegalen Eingriffs in Kerngebiet des Nationalparks (Prägraten). Behörde verfasste Bericht an Staatsanwalt. Zwangsbescheid für Wiederherstellung ergeht.

Foto © kk/privatDer illegal begradigte Dorferbach brach während des Sommers wieder aus seinem planierten Bett aus
Die Planierarbeiten im Prägratner Dorfertal mit Begradigung des mäandrierenden Dorferbaches ziehen nun schwerwiegende Folgen nach sich. Der illegale Eingriff in der Kernzone des Nationalparks durch die Agrargemeinschaft Dorfer Alpinteressentschaft erforderte in den vergangenen Monaten zahlreiche Verhandlungen und Überprüfungen. Hintergrund: Wie die Kleine Zeitung im Juli exklusiv berichtete, kam es im Oktober 2010 unweit der Johannishütte in 2000 Meter Seehöhe auf einer Fläche von etwa 2,4 Hektar zu massiven Erdbewegungen - auf fremdem Eigentum (Besitz des Alpenvereines) und in strengstens geschütztem Gebiet. Eine anonyme Anzeige brachte die Causa ins Rollen. Das Verfahren zur Wiederherstellung ist nun im Finale. "Die Ermittlungen stehen vor dem Abschluss", sagt Bezirkshauptfrau Olga Reisner. Versuche seitens der Behörde, mit den Verursachern zusammenzuarbeiten, wurden von den Vertretern der Agrargemeinschaft negiert.
Nicht kooperativ
Reisner: "Ihnen wurde der Vorschlag beziehungsweise der Auftrag unterbreitet, ein Einreichprojekt zur Wiederherstellung vorzulegen." Aus Prägraten sei aber keine Bereitschaft zur Kooperation gekommen - und damit auch kein Projekt.
Demnächst wird die Agrargemeinschaft, allen voran ihr Obmann Franz Wurzacher, mit einem Zwangsbescheid zur Wiederherstellung des bestmöglichen Zustandes konfrontiert. "Den ursprünglichen Zustand herzustellen, ist nicht machbar", so die Bezirkshauptfrau.
Auch strafrechtlich sind die Verantwortlichen für den illegalen Eingriff nicht aus dem Schneider. Der Schaden ist laut Reisner so hoch, dass ein Umweltdelikt nicht auszuschließen ist. Eine Sachverhaltsdarstellung der Bezirkshauptmannschaft an die Staatsanwaltschaft Innsbruck ist inzwischen ergangen. Agrargemeinschaftsobmann Wurzacher ist nach wie vor nicht bereit, über die Causa zu reden. Verunsichert sind viele Agrargemeinschaftsmitglieder, die nicht wissen, wer die Kosten für Wiederherstellung und Strafen bezahlt.
Features
Fakten:
Kernzone. Das betroffene Gebiet in Prägraten liegt im Bereich der Johannishütte. Es ist Nationalpark-Kernzone und auch Natura-2000-Gebiet. In der Kernzone herrschen strengste Schutzbestimmungen.
Grundbesitz. Der Eingriff erfolgte auf Besitz des Österreichischen Alpenvereines, der erst Monate später informiert wurde.













