Kritik an "Megakraftwerk"
Der World Wide Fund for Nature (WWF) ruft die Gemeindevertreter im Hinteren Iseltal auf, beim "Kraftwerk Virgental" an der Isel umzudenken.
Hat man hier jegliches Augenmaß verloren?", fragt sich WWF-Flussexperte Christoph Walder. Die Isel - den letzten noch unverbauten Gletscherfluss der gesamten Ostalpen - für ein 140-Gigawatt-Kraftwerk zu opfern, das die Gemeinden selbst in dieser Dimension gar nicht braucht, ist für den WWF nicht nachvollziehbar.
"Die Lichter werden nicht ausgehen, wenn dieses Kraftwerk nicht kommt", gibt er zu bedenken. Walder: "Intakte Natur wird immer wertvoller. Ihr konsequenter Schutz ist für die Nationalparkregion die beste Investition in die Zukunft." In keinem anderen österreichischen Nationalpark ist das Umfeld so wichtig, wie in den Hohen Tauern. Die Isel prägt als spektakulärer und wasserreicher Fluss die gesamte Landschaft des Talbodens und der Hänge im Virgental.
Ein großes Speicherbecken
Nun soll dieser Wildfluss auf zwölf Kilometer Länge in ein Rohr gezwängt und knapp unterhalb der berühmten Umballfälle ein großes Speicherbecken errichtet werden. Der gesamte idyllische Talboden bei Ströden würde dadurch unter Wasser gesetzt und einer der schönsten Wanderwege im Oberen Iseltal zerstört werden. "Vom laut rauschenden Gletscherfluss bliebe fast auf der gesamten Länge im Virgental nur ein trauriges Rinnsal übrig", bedauert Walder. Nun sind auch amtlicherseits Zweifel an der Umweltverträglichkeit des Kraftwerks aufgetaucht.
Die Bürgermeister von Prägraten und Virgen wurden, wie die Kleine Zeitung exklusiv berichtete, von der Landesregierung auf erhebliche Mängel im Vorprüfungsverfahren hingewiesen. "Mit regionaler Nachhaltigkeit und Energieautarkie hat das alles nichts zu tun", betont Walder.














