Schafbauern setzen auf heimischen Markt
Osttiroler Lamm soll in Österreich besser vermarktet werden. Dazu arbeiten Schafbauern verstärkt mit Handelsketten zusammen. Auch in der Gastronomie sind Osttiroler Schafe sehr gefragt.
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Orientierung in Richtung Herbstabsatz - dazu war der Schaf-Almwandertag früher da. "Heute haben wir in Osttirol eine kontinuierliche Lämmerproduktion über das ganze Jahr", berichtete Bezirkslandwirtschafskammer-Obmann Friedl Schneeberger am Wochenende beim Schaf-Almwandertag auf der Lasnitzenalm in Prägraten.
Über 300 Schafbauern, an der Landwirtschaft Interessierte und Feriengäste waren am strahlend schönen Sonntag auf die auf 1900 Meter Seehöhe gelegene Gemeinschaftsalm gekommen. "230 Schafe, 21 Milchkühe und 17 Stück Galtvieh werden hier von Ende Juni bis in die erste Septemberwoche hinein versorgt", erläuterte der Obmann der Agrargemeinschaft Arnold Berger. "Die Lage unserer Alm ist wegen ihrer Steilheit eine extreme, aber das Klima hier ist im Vergleich zu Nordlagen etwas milder", so Berger. 350 Liter Milch und 15 Kilogramm Butter produzieren die Bauern auf der Lasnitzenalm pro Tag, 1000 Kilogramm Käse werden in der Sommersaison abgesetzt.
Zukunftsmarkt Österreich
"16.000 Schafe halten die 400 Schafbauern im Bezirk, davon sind 100 aktive Züchter", erklärt Thomas Steiner, Obmann der Abteilung Schafzucht bei der Raiffeisen Genossenschaft Osttirol (RGO). Der innerösterreichische Markt werde immer wichtiger, obwohl Italien immer noch seine Bedeutung hat. Und weil am nationalen Markt eine bessere Wertschöpfung erzielt wird, will man hier den Absatz stärker verankern. "Dabei hilft, dass uns das Lebensministerium als ,Genussregion Osttiroler Berglamm' ausgezeichnet hat", freut sich Steiner. Von den 10.000 in Österreich vertriebenen Osttiroler Lämmern werden bereits 25 Prozent über Handelsketten abgesetzt. "Am gefragtesten sind Milchlämmer bis 30 Kilo, aber auch reife Schlachtlämmer, vor allem in der gehobenen Gastronomie", erklärt Friedl Schneeberger.
Um die Qualität zu verbessern, werden die heimischen Berg- und Steinschafe mit anderen Rassen gekreuzt. "Zur Gebrauchskreuzung bedienen wir uns vor allem der Rassen Texel, Jura, Suffolk und Schwarzkopfschaf", sagt der Osttiroler Schafzucht-Obmann Thomas Steiner.
Features
Daten & Fakten
Schafe. 16.000 Stück im Bezirk, pro Betrieb am meisten Schafe in Österreich
Betriebe. 400 Schafhalter, davon 100 aktive Züchter
Rassen. Tiroler Steinschaf, Tiroler Bergschaf
Schlachtungen. Vor allem EU-Schlachthof in Flattach
Absatzpartner. RGO, Firma Passler, Villgrater Frischlamm und andere
Märkte. Hauptmärkte sind Italien und Österreich
Abnehmer. Gastronomie, Handelsketten, vor allem Spar
Auszeichnung. Genussregion Osttiroler Berglamm
Lasnitzenalm. Gemeinschaft von neun Bauern, 717 Hektar, davon 60 im Zopatnitzental, 230 Schafe, 21 Melkkühe, 17 Stück Galtvieh, Milch-, Butter-, Käseproduktion
















