Helm-Schaukel steht noch in den Sternen
Trotz geänderter Seilbahngrundsätze steht man im Hürdenlauf für Schischaukel Sillian-Sexten erst am Start. Südtiroler müssen ihr Projekt zuerst "aufziehen". Das ist noch nicht im Schipistenplan. Und es braucht Lösung mit Schultz.
Sehnsüchtig wurde in Osttirol die Evaluierung der Seilbahngrundsätze des Landes erwartet. Von ihnen machte man den Bau der Schischaukel Sillian-Sexten abhängig. Anfang Juli war es so weit. Die Landesregierung gab ihren Segen: Die Verordnung für Seilbahn- und Liftbauten in Tirol wurde so geändert, dass Sillian-Sexten eine Chance hat. Die rund 30-jährige Geschichte des Projektes geht trotzdem in eine Verlängerung mit "Open End".
Die Evaluierung der Seilbahngrundsätze ist ein erster positiver Schritt zur Verwirklichung - aber nicht mehr. Denn im Hürdenlauf für eine Anbindung Osttirols an den Superski-Dolomiti am Helm steht man erst am Start. "Gemäß der geänderten Seilbahngrundsätze muss zuerst die Südtiroler Seite in Sexten bis auf den Gebirgskamm der österreichisch-italienischen Grenze seilbahntechnisch erschlossen werden. Erst dann kann der Zusammenschluss Sillian-Sexten erfolgen", sagt Franz Kraler (Erlebniswelt Dolomiten), Betreiber der Liftverbindung. Alles andere sei verbotene Neuerschließung. Das nächste Problem: Im Schipistenfachplan der Südtiroler Landesregierung ist das Projekt für Sexten derzeit nicht enthalten.
Kein Projekt eingereicht
Kraler: "Ohne Sonderlösung kann es erst 2013 bei der Überarbeitung des Schipistenfachplanes eingereicht werden." Gelingen hier Fortschritte, sind bis zu drei Jahre für eine Umweltverträglichkeitsprüfung in den Zeitplan einzurechnen. Neben rechtlichen Hindernissen wird die Konkurrenz in der Osttiroler Seilbahnwirtschaft offenbar zur größten Herausforderung. Um Heinz Schultz, den Betreiber der Hochpustertaler Bergbahnen in Sillian, kommen die Verfechter der Helmschaukel nicht herum.
Widerstand trotz Vertrag
"Schultz hat in den vergangenen Jahren immer wieder eine negative Haltung zu diesem Projekt eingenommen, obwohl es einen aufrechten Vertrag gibt und wirtschaftliche Vorteile für die Hochpustertaler Bergbahnen auf der Hand liegen", so Kraler.
Der von Kraler angesprochene Vertrag wurde noch mit Heinrich Schultz abgeschlossen. Darin ist festgelegt, dass dieser nicht gegen einen Schaukelbau auftritt. Der Vertrag enthält zudem die Option einer Schultz-Beteiligung von 25 Prozent und einer Stimme an der Schischaukel. Die Vereinbarung gilt auch für Rechtsnachfolger Heinz Schultz und ist unkündbar. Trotzdem sagt Kraler: "Ohne gemeinsame Lösung mit Heinz Schultz kann es keine Schischaukel Sillian-Sexten geben." Für eine Stellungnahme war Heinz Schultz nicht erreichbar.
Features
FAKTEN
Fahrplan. Im Herbst 2011 Gespräch mit allen Beteiligten, um die wichtigsten Schritte auf den Weg zu bringen. Dabei soll gemeinsamer Weg bis zur Verwirklichung fixiert werden. Danach Beginn mit der Detailplanung.
Erlebniswelt Dolomiten. Betreibergesellschaft der Schischaukel Sillian-Sexten
Beteiligte. Drei Hauptgesellschafter: Franz Kraler (Abfaltersbach), Franz Senfter und Robert Mühlmann (beide Innichen), Kraler ist auch Geschäftsführer der Betreibergesellschaft.
Schipisten-Fachplan. Regelt im Land Südtirol seit Jänner 1995 die Erschließungen von Schigebieten, der Plan wird alle drei Jahre überarbeitet, die nächste Evaluierung ist 2013.















