"Osttirol-Alpin" zwischen Legende und Extrem
Sommerausstellung im Nationalparkhaus Matrei gibt Spitzenkletterern aus Osttirol breiten Raum. Besonderer Schwerpunkt der Schau: Sepp Mayerls Expeditionen in den Weltbergen.

Foto © RuggenthalerHimalaya und peruanische Anden: Mayerl wird als Bergsteigerlegende in "Osttirol-Alpin" präsentiert
Eroberungen, Gefahren, Extremklettern, Retten: "Osttirol-Alpin" im Nationalparkhaus in Matrei widmet sich Bergen, Besteigern, die sich weit über Osttirol hinaus etabliert haben, aber auch Opfern alpiner Unglücke.
Breiten Raum hat in der Schau, die am Mittwochabend von Parkdirektor Hermann Stotter und Martin Kurzthaler eröffnet wurde, das Klettern. Die Ausstellung spannt den Bogen vom Klettern in einer neuen Dimension praktiziert vom jungen Mario Walder aus Innervillgraten und seinem "Rock´n Roll am Karakorum" und legendär praktiziert von Sepp Mayerl, der als Blasl-Sepp in Bergsteigerkreisen mit Erst- und Zweitbegehungen im Himalaya und in den Anden von Peru seinen Namen hat. Der 74-jährige Mayerl löst heute noch Begeisterung aus. Martin Kurzthaler als Konzipient der Sonderschau "Osttirol-Alpin" schwärmte von ihm: "Der Blasl-Sepp geht 1970 in den Himalaya, um auf den Mount Everest zu steigen, biegt dort rechts ab und schafft die Erstbesteigung des Lhotse Shar". Auf Schautafeln zeigt die Ausstellung Mayerls Erst- und Zweitbegehungen von Weltbergen.
Lehrmeister "der Großen"
Dazu zählen am Dach der Welt neben dem Lhotse Shar (8400 Meter), der Fang (7647 Meter), der Tsering Kang (6800 Meter) und der Yempaja Grande in Peru, wo er Todesängste ausgestanden hatte - "ein Erlebnis, das noch heute immer wieder wie ein verworrener Traum vor meinem geistigen Auge abläuft." Deutlich dokumentiert ist in der Schau auch die Freundschaft zwischen dem "Blasl-Sepp" und Reinhold Messner. Messner fand in Mayerl ebenso seinen Lehrmeister der richtigen Sicherungs- und Klettertechnik, wie Peter Habeler.
Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung wartete Mayerl mit einem Streifzug durch einige seiner Expeditionen auf. Zum Schluss sagte er: "Abgestürzt bin ich nur einmal und das bei meiner Arbeit als Kirchturmdecker. Ich fiel 25 Meter in die Tiefe und landete mit beiden Beinen aufrecht stehend in einem Grab." Mayerl bereitet gerade eine Biografie vor. Sie erscheint 2012.
Features
Austellungs-Details
Geburtsstunde des Alpinismus. Einblicke in die erste freiwillige Besteigung eines Berggipfels. Teil der Schau ist auch Johann Kerer aus Kals, der bereits 1896 im Himalaya unterwegs war.
Hohe Berge - still und einsam. Andreas Rofner aus Virgen mit seiner Besteigung aller 241 Dreitausender in Osttirol füllt ebenso die Ausstellung.
Neue Dimension des Kletterns. Mario Walder (33) aus Innervillgraten wird mit "Rock´n Roll im Karakorum" präsentiert.
Drama am Großglockner. Flugrettung des ÖAMTC ist mit einem Film über alpine Einsätze (15 Minuten) präsent.. Auf Tafeln ist der Rettungseinsatz zur Suche und Bergung von drei Polen, die am Großglockner starben, chronologisch dargestellt.
Öffnungszeiten. Nationalparkhaus Matrei, montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr.














