Der Sturm um die Berggipfel hält an
Geplanter Verkauf von Großer Kinigat und Roßkopf verärgert die Osttiroler. Oberländer Schützen steigen auf die Barrikaden. Gestriger Verkaufsstopp beruhigt nur wenig.

Foto © RuggenthalerDie Große Kinigat ist seit Tagen zwischen ihrem ideellen und finanziellen Wert hin und her gerissen
Die Causa "Verkauf von Berggipfeln" lässt die Emotionen hochgehen. Seit Tagen ist die hohe Politik, nach Ausschreibung von Großer Kinigat und Roßkopf in Kartitsch, um Schadensbegrenzung bemüht. Gestern wurde dem Feilschen ausländischer Interessenten um die Berge am Karnischen Kamm ein Riegel vorgeschoben.
Der drohende Ausverkauf der Heimat rief zuletzt auch die Schützen auf den Plan. Kompanie Kartitsch und Bataillon Oberland mit Kommandant Hans Obrist betonen: "Der Verkauf von Bergen kommt zumindest in Tirol einem Verkauf von Heimat gleich." Sie verweisen auch darauf, dass die über die Kinigat verlaufende Grenze zwischen Österreich und Italien seit 1448 bestehe, damit der älteste unveränderte Grenzabschnitt Österreichs sein dürfte und das Gebiet deshalb auch historisch interessant sei. In einem offenen Brief (siehe unten) wenden sich die Schützen an alle, "denen Heimat kein Verkaufsgut ist."
Kein symbolischer Euro
Die aktuelle Vorgabe, dass die beiden Gipfel in öffentlicher Hand bleiben sollten, trägt nur mäßig zur Beruhigung bei. Die Gemeinde hat kein Geld für den Kauf. Hinter dem Land Tirol als Käufer steht ein Fragezeichen. Und die Bundesforste? Die sind in Osttirol bisher gar nicht vertreten. Nicht in die Reihe möglicher Käufer aufgenommen wurde von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Landeshauptmann Günther Platter der Österreichische Alpenverein.
Das Angebot der deutschen Softwarefirma "Ashampoo" mit Gipfelumbenennung bei Schenkung an die Gemeinde dürfte sich mit dem gestrigen Verkaufsstopp erledigt haben. "Ich fordere die BIG auf, die beiden Berggipfel um je einen Euro an die Gemeinde Kartitsch zu veräußern", verlangt der Osttiroler Landtagsabgeordnete Gerald Hauser. Das findet bei der BIG kein Gehör. Derartige "Geschäfte" lehnt diese klar ab. Der Kartitscher Bürgermeister Josef Außerlechner zum Verkaufsstopp: "Das war notwendig, damit wir aus der Schusslinie kommen."














