Verkauf von Berggipfeln löst enormes Echo aus
ÖAV hat Kaufinteresse, Blanik verurteilt Verkauf und in Kartitsch ging es gestern richtig rund.
KARTITSCH. Höchst ungewöhnliche Szenen spielten sich gestern in Kartitsch ab. Im Gemeindeamt ging es zu wie in einem Immobilienbüro, zahlreiche Fernsehstationen waren mit Übertragungswagen angereist. Auslöser für das rege Interesse am kleinen Bergdorf war die Meldung, dass die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) den Gipfel von Großer Kinigat und Roßgopf zum Verkauf ausgeschrieben hatte (die Kleine Zeitung berichtete exklusiv). 121.00 Euro will die BIG dafür haben. Eine französische Seilbahngesellschaft erkundigte sich gestern im Kartitscher Gemeindeamt sogar, ob eine Lifterschließung auf die Gipfel möglich sei.
Unter den Interessenten, die sich bis Donnerstag für den Erwerb der Gipfel bei der (BIG) gemeldet haben, ist der Österreichische Alpenverein (ÖAV) noch nicht dabei. Peter Haßlacher vom ÖAV bekundet jedoch, für die Liegenschaften ein Angebot legen zu wollen. "Die beiden Gipfel passen zum Alpenverein. Schließlich ist der Karnische Kamm ein Kerngebiet unserer Organisation."
Dort sei man von der Sillianer Hütte über Obstanser See- und Porzehütte, Standschützenhütte und Hochweißsteinhaus bis zur Wolayer See Hütte vertreten. Zum Kerngebiet gehöre auch der Karnische Höhenweg und die Via Alpina. Vehement gegen einen Verkauf der Gipfel spricht sich Osttirols SPÖ-Landtagsabgeordnete und Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik aus. Sie fragt sich: "Wo, bitte, kommen wir hin, wenn Tirols Berge in Privatbesitz übergehen?" Sie macht darauf aufmerksam, dass mit dem freien Zugang zu Bergen nicht zu spaßen sei. Blanik: "Gerade die BIG als Bundesgesellschaft sollte ihre Verantwortung wahrnehmen, den Zugang zu Bergen für die Allgemeinheit zu bewahren." MICHAELA RUGGENTHALER









