Richter fällte drei Schuldsprüche
Prozess um eine "radikale Attacke" in Lienz endete für Angeklagte fatal: Mann bekam sechs Monate Haft, die anderen unbedingte Geldbußen.
Haben alle Beteiligten die Urteile verstanden?" fragte Richter Armin Heinzle Dienstagnachmittag am Lienzer Bezirksgericht. Mit seinem Richterspruch löste er ein Meer von Tränen aus. Alle drei Beteiligten, ein amtsbekannter Mann aus der rechtsradikalen Szene, seine Lebensgefährtin und ein dunkelhäutiger österreichischer Staatsbürger wurden wegen Körperverletzung und der Osttiroler zusätzlich aufgrund seiner sechs Vorstrafen auch noch wegen Verletzung der Menschenwürde verurteilt. Für ihn fiel der Richterspruch fatal aus: Er muss für sechs Monate ins Gefängnis. Seine Freundin muss 720 Euro Strafe zahlen, der Widersacher der beiden 320 Euro. Zusätzlich kommen noch gegenseitige Schmerzensgeldforderungen und Gerichtskosten in geringer Höhe auf die Streithähne zu. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, alle haben sich drei Tage Bedenkzeit erbeten.
Ausgelöst hatte diesen brisanten Prozess eine wüste Schlägerei in der Nacht zum 23. Jänner 2011 in einem Lienzer Nachtlokal. Dort soll es zu Wortgefechten wie "Scheiß Neger" und "Scheiß Nazi" gekommen sein. Zeugen hörten, oder hörten wiederum nichts. Schließlich kam es zu einer ordentlichen Rauferei unter dem Trio mit Verletzungen und Anzeigen in der Folge. Was der Vorsitzende Heinzle aber in seiner Urteilbegründung hervorstrich: ",Scheiß Neger' haben mindestens fünf Personen wahrgenommen."














