Kalserbach ist im Visier der Behörde
Neue Kraftwerkspläne machen Feststellungsverfahren für Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig. Umweltanwalt erkennt aber keine UVP-Pflicht.
Mit Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) verbindet man in Osttirol in erster Linie den Ausbau von Schigebieten (Schischaukel Kals-Matrei, Thurntaler). Zusehends kommt der Begriff nun bei Kraftwerksprojekten zum Tragen (Tauernbach, Isel). Geprüft wird auch an "Nebenschauplätzen", die als Kraftwerksgewässer nicht wirklich im Fokus der Öffentlichkeit liegen. Dazu gehört der Kalserbach, wo es Pläne gibt, die letzte energiewirtschaftlich nicht genutzte Strecke im Mittellauf der Stromerzeugung per Laufkraftwerk zuzuführen. Zu diesem Projekt, betrieben von der Gemeinde, läuft derzeit ein Feststellungsverfahren, in dem abzuklären ist, ob das Vorhaben umweltverträglich ist oder nicht.
"Kraftwerkskette"
Sowohl Kurt Kapeller, Leiter der Umweltschutzabteilung des Landes, als auch Johannes Kostenzer, Tirols Umweltanwalt, bestätigen das laufende Verfahren.
Dabei geht es am Kalserbach nicht um die Größe der geplanten Anlage, sondern um mögliche Auswirkungen. "Es ist zu prüfen, ob es aufgrund der benachbarten Anlagen zu einer Kumulierung kommt", sagt Kapeller. Kostenzer bezeichnet den Kalserbach als stark genutztes Gewässer. "Ich war vor wenigen Tagen in Kals und habe Bürgermeister Klaus Unterweger gesagt, dass ich es grundsätzlich als kritisch erachte, wenn in so einer Gewässerstrecke, die aus Naturschutzsicht hochwertig ist, eingegriffen wird." Der Umweltanwalt fügt hinzu, dass die teuer errichtete ökologische Aufweitung am Bach vom Projekt nicht betroffen sei.
Und er sagt weiter, dass nach derzeitigem Stand keine UVP-Pflicht erkennbar sei und er frage sich, warum die Behörde noch nicht entschieden hat. Der Bürgermeister verweigerte eine Stellungnahme. Noch ein Satz zur Größe: Eine Detailplanung soll es noch nicht geben und wer technische Daten hat, enthält sie der Öffentlichkeit vor.
Features
FAKTEN
Projektbetreiber. Gemeinde Kals. Diese nahm bereits 2008 ein Kraftwerk am Oberlauf des Kalserbaches in Betrieb.
Projektplaner. Robert Trenkwalder.
Tiwag. Der Landesenergieversorger nutzt den Kalserbach im Unterlauf mit Krafthaus in Unterpeischlach.














