Gegen die Kraftwerksflut
Dialog zwischen Tiwag und Alpenverein in Matrei brachte klares Nein zu Tauernbachkraftwerk. Angriff auf Nationalparkregion erhöht Widerstand.

Foto © Ruggenthaler"Kein Kraftwerk am Tauernbach": Der Alpenverein bezieht klare Position
Als öffentliches Thema rückte das Tauernbach-Kraftwerk in den vergangenen Monaten in den Hintergrund. Das Tiwag-Projekt hat damit an Brisanz aber nichts eingebüßt. Im Tauerntal laufen Bodenerkundungen, und Umweltgutachten werden als Grundlagen für die Umweltverträglichkeitsprüfung erarbeitet. Montagnachmittag überschritt Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer in Matrei die Türschwelle in den Kessler-Stadel, der den Ruf als Haus der Kraftwerksgegner hatte. Dort traf er sich zum Dialog mit Vertretern der Alpenvereinssektionen Lienz und Matrei sowie mit Peter Hasslacher vom Gesamtverein. Nach der Präsentation des Tauernbach-Projektes durch Josef Neuner wurden Positionen bezogen.
"Zu viel wird gewollt"
Zum Vorhaben im Tauerntal kam von beiden Sektionen ein klares Nein, das noch mit Beschlüssen untermauert werden soll. Der unmittelbare Kraftwerksstandort in der Nationalparkregion und Inkompatibilität mit den Vorstellungen der künftigen Entwicklung dieser Region sind die Argumente der Gegner.
Hasslacher: "Es hat sich herauskristallisiert, dass die Verunsicherung bei den Funktionären sehr groß ist. In der Nationalparkregion wird zu viel gewollt." Auslöser der Verunsicherung sind die vielen Kraftwerksprojekte, die an Isel, Schwarzach, Kalser- oder Debantbach diskutiert oder verfolgt werden.
Bruno Wallnöfer lobte gestern gegenüber der Kleinen Zeitung den sachlichen Diskurs in Matrei. Der Vorstandsvorsitzende der Tiwag bestätigte, dass die Flut an Kraftwerksplänen in Osttirol unmittelbare Auswirkungen auf das Tauernbach-Projekt haben. "Der Widerstand wird stärker." Bei der Umweltbehörde eingereicht werden soll das Kraftwerk-Vorhaben der Tiwag in Matrei im ersten Quartal 2012.









