Aufsichtsrat hat genug
15 Männer und Frauen sitzen bei den Lienzer Bergbahnen im Aufsichtsrat. Bürgermeister Andreas Pfurner denkt laut über einen Ausstieg nach. Auswärtige Wirtschaftskanzlei soll nun prüfen.
Nach der Kostenexplosion bei der Ganzjahresrodelbahn kommt Fahrt in die Causa. Wie berichtet, musste der Lienzer Gemeinderat Dienstagabend Aktien in der Höhe von 499.990 Euro zeichnen, damit die Liquidität der Lienzer Bergbahnen gegeben ist. Der Grund: Beim Bau der Ganzjahresrodelbahn kam es zu einer Baukostenüberschreitung in der Höhe von 1,2 Millionen Euro. Wer hat Schuld an dieser "Kostenexplosion"? Die Suche nach den Schuldigen hat begonnen. Bauingenieur Michael Greiderer, von Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) gebeten, der Kostenwahrheit auf den Grund zu gehen, berichtete, dass dem Bauherrn vor Baubeginn klar gewesen sein musste, dass die Kosten nicht wie geplant 2,2 Millionen, sondern mindestens 3,1 Millionen Euro betragen mussten.
Der Aufsichtsrat hatte laut Protokoll in seiner Sitzung vom 18. November 2010 keinerlei Kenntnis einer bevorstehenden Kostensteigerung und erst am 18. Februar 2011 von der "Explosion" erfahren. Nach dem Aktienrecht sind Aufsichtsräte zur laufenden Überwachung der Geschäftsführung des Vorstandes verpflichtet. Für Blanik gibt es nur eine Konsequenz: "Wir lassen von einer unabhängigen Wirtschaftskanzlei die Haftung prüfen." Diesen Check soll keine Osttiroler, sondern eine auswärtige Firma übernehmen. Erste Konsequenzen ziehen Aufsichtsräte der Lienzer Bergbahnen aus dem Finanzdesaster. Bürgermeister Andreas Pfurner aus Nußdorf-Debant hat von den Vorgängen genug: "Wie soll man da noch Vertrauen haben, wenn man ständig mit falschen Zahlen konfrontiert wird." Pfurner übernahm 2004 die Funktion im Aufsichtsrat von Vorgänger Josef Altenweisl, der durch eine drei Millionen-Euro-Finanzspritze aus der Marktgemeinde bei der Errichtung des Faschingalmliftes einen Sitz von der Stadt zugesprochen bekam.













