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Zuletzt aktualisiert: 16.04.2011 um 20:16 UhrKommentare

Die Apfelbeere erobert jetzt auch den Bezirk

Die Immunsystem stärkende und aus Nordamerika stammende Aroniabeere wird neuerdings auch in Osttirol angebaut. Bergbauer Josef Gomig aus Ainet hat 1500 Aronia-Stauden.

Die Aronia, auch Apfelbeere oder schwarzfrüchtige Eberesche genannt, ist aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung eine der wichtigsten gesundheitsfördernden Beeren. Antioxidantien können freie Radikale, die für unterschiedliche menschliche Erkrankungen verantwortlich sind, auffangen und eine erneute Erkrankung verhindern." So beschreibt Pharmazeutin Evelyn Schweiger aus der Steiermark in ihrer 2010 verfassten Diplomarbeit die Wirkung der Aroniabeere.

Jetzt soll diese Beere, die laut Wikipedia ursprünglich aus Nordamerika stammt, auch in Oberkärnten größere Bekanntheit erlangen.

Gesundheit beim Bergbauer

Gestartet wird die Initiative von Josef Gomig aus Ainet in Osttirol, der auf seinem Bergbauernhof 1500 Aronia-Stauden gepflanzt hat. Der 41-Jährige, der eine Grünlandwirtschaft betreibt, hat 2010 die Firma "Aronialand" gegründet. Über diese Firma vertreibt er die Produkte der Aronia aus österreichischem Anbau. "Ich kaufe die Beeren von heimischen Bauern, die dann im steirischen Stainz gepresst werden." Der Saft der Aronia, deren Inhaltsstoffe sich laut Gomig vor allem auf die Mikroflora im Darm positiv auswirken, wird zum Verdünnen angeboten. Wir erzeugen aber auch Marmelade, Trockenbeeren oder mit Schokolade überzogene Beeren", sagt der Osttiroler, der mit Albin Pirker aus Berg im Drautal einen Partner für den Vertrieb gewonnen hat.

Auf Pirkers Initiative wurden auch in der Landwirtschaftlichen Fachschule Litzlhof in Lendorf, Aroniobeeren gepflanzt. Das bestätigt Direktor Josef Huber. "Wir werden mit unseren Schülern neben Johannis- und Himbeeren nun versuchsweise auch diese Beeren verarbeiten."

Viel Erfahrung

Sieglinde Staudacher sammelt auf ihrer Obstplantage in Fischertratten, Malta, bereits seit dem Jahr 2000 Erfahrung mit der Aronia. Als wir den Garten auf rund einem halben Hektar anlegten, wollten wir etwas Außergewöhnliches und sind dabei auf diese Staude gestoßen, deren Früchte besonders gesund sind", sagt die 51-Jährige.

Die Beeren der genügsamen Pflanze, die ohne Dünger gedeiht, verarbeitet Staudacher zu kalt gepressten Säften, Marmeladen und Likör oder sie macht daraus auch Trockenfrüchte. Den gesundheitsfördernden Aspekt der Aronia streicht auch Karin Schlieber aus Millstatt heraus. Laut der Gartenbaulehrerin, in deren Permakulturgarten diese Staude auch wächst, wirkt diese Beere immunstärkend.

Laut Gabriele Schrott-Moser von der Gartenbauabteilung der Landwirtschaftskammer Kärnten "kann die Aronia von Feuerbrand befallen werden".

MARGRET KRONHOFER

FAKTEN

Gattung: Die Apfelbeere (Aronia) gehört zur Familie der Rosengewächse. Am häufigsten sind die Arten Aronia arbutifolia (kahle Apfelbeere) oder Aronia melanocarpa (schwarze Eberesche).

Herkunft: Die Pflanze stammt aus Nordamerika. Die obstbauliche Nutzung begann im 20. Jahrhundert durch den russischen Biologen Iwan Mitschurin.

Verwendung: Aufgrund des hohen Flavonid-, Folsäure-, Vitamin K- und Vitamin-C-Gehalts zählt die Aronia in Polen und Russland zu den Heilpflanzen. Wegen der kräftigen roten Farbe wird sie auch als Ersatz für Lebensmittelfarben verwendet.

Erscheinungsbild: Die Apfelbeere ist ein Laub abwerfender Strauch mit zwei Metern Wuchshöhe. Die weißen Blüten öffnen sich im Mai. Die violett-schwarz glänzenden, herben Früchte reifen von Mitte August bis September.

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