Lienz kündigte den Schi-Pool
Lienzer Bergbahnen in der Zwickmühle. Sie teilten Heinz Schultz mit, dass sie aus Liftkarten-Pool "Ski)Hit" aussteigen. Nun überlegt sich der Aufsichtsrat die Kündigung doch noch einmal.

Foto © HatzLienzer Bergbahnen sind wegen Preispolitik in der Zwickmühle
Zum Liftkartenverbund "Ski)Hit", ins Leben gerufen von Heinz Schultz, gehören in Osttirol die Schigebiete Matrei, Kals, St. Jakob, Thurntaler, Kartisch sowie Obertilliach und Lienz. Nun haben die Lienzer Bergbahnen entschieden, den Pool zu verlassen. Der Druck dafür kam von Wirten der Stadt, allen voran Reinhard Tiefenbacher. Die Gastronomen dürften den Aufsichtsrat der Bergbahnen von einem Ausstieg überzeugt haben.
Die Kündigung an Schultz ging über dieses Gremium. Andreas Kleinlercher, Vorstand der Lienzer Liftgesellschaft, bestätigt das. Er spricht davon, dass es vonseiten Tourismustreibender schon länger Bestrebungen für einen Ausstieg gebe. "Durch jährliche Preiserhöhungen, wenn auch nur wegen Indexanpassung, kommt ein Tageskartentarif heraus, der fast nicht mehr vertretbar ist", sagt Kleinlercher. Für eine Tageskarte sei im nächsten Winter mit 39,50 Euro zu rechnen.
"Kündigungsfrist"
Kleinlercher verweist darauf, dass Lienz nach einem Ausstieg noch im Verbund des Top-Skipass Kärnten-Osttirol mitfahre, wo die Möglichkeit bestünde, eigene Mehrtageskarten zu machen. Schultz hat nach Angaben des Bergbahnen-Vorstandes den Ausstieg der Lienzer zur Kenntnis genommen - nach dem Motto "Reisende soll man nicht aufhalten". Die Kündigung ist noch nicht rechtskräftig. Das verschafft dem Aufsichtsrat nun die Chance, den Ausstieg noch einmal zu überdenken.
Neben dem Nachteil, dass "Ski)Hit" relativ hochpreisig sei, werden Preisstabilität und gemeinsames Marketing als Vorteile des Schultz-Verbundes genannt. Bis 30. April haben die Lienzer Bergbahnen Zeit, sich für Verbleib oder Ausstieg endgültig zu entscheiden. Der Entschluss dürfte aber bereits morgen fallen.
Heinz Schultz kann sich die Kündigung nicht wirklich erklären und meint: "Nichts hat von Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation gezeugt. Den allfälligen Glauben, man könne auf der Rabatt- und Billigschiene dauerhaft erfolg- und ertragreich sein, teile ich nicht".
Features
Fakten:
Geltungsbereich. In acht Schigebieten in Osttirol und Kärnten (Kals, Matrei, St. Jakob, Hochpustertal, Obertilliach, Kartitsch, Mölltaler Gletscher, Ankogel)
Tarif. Bis 18 Jahre gilt der Kindertarif, eine Sechstageskarte kostete heuer im Winter in der Hauptsaison 195 Euro (Top-Skipass Kärnten-Osttirol 199 Euro)















