Ehrenbürger im Dreierpack
Für ein Ereignis mit Seltenheitswert sorgt die Gemeinde St. Jakob: Sie wird im Juni in einem Aufwasch die Ehrenbürgerschaft gleich an drei Personen verleihen.

Foto © RUGGENTHALERHauser begrüßt Ratsbeschluss
Für ein Ereignis mit Seltenheitswert sorgt die Gemeinde St. Jakob: Die Ehrenbürgerschaft nimmt beinahe inflationäre Dimension an. Sie wird im Juni in einem Aufwasch gleich an drei Personen verliehen. An wen? An den zugewanderten Doktor (Ottokar Widemair). An den zugewanderten Pfarrer (Dekan Reinhold Pitterle) und an den Altbürgermeister (Armin Ladstätter). Ein Vierteldutzend Ehrenbürgerverleihungen im Paket - für eine Gemeinde mit keinen 960 Einwohnern - das hat es weder in St. Jakob noch Osttirol je gegeben. Ein Ehrenring dazwischen? Das war den Verleihern wohl zu minder. Delikat ist das Zustandekommen des Dreierpacks. 1 plus 2 gratis: So ähnlich ist der "Handel" gelaufen. Den Vorschlag gab es ursprünglich nur für den Doktor.
Im Gemeindevorstand kam es dann zur "politischen Vermehrung" der künftigen Würdenträger. Damit waren alle Fraktionen befriedigt und der Gemeinderat segnete die Verleihung einstimmig ab. Bürgermeister Gerald Hauser bestreitet einen Handel zwischen den politischen Gruppierungen um die zu Ehrenden ab. Er steht zur Entscheidung des Gemeinderates: "Damit ist das Kapitel Ehrenbürgerschaften für die nächsten Jahre erledigt." Was bleibt zu sagen? Gratulation an die Empfänger und die Verleiher - vor allem für den tiefen Einblick ins politisch-gemeinschaftliche Leben der Berggemeinde. Wie sagt der Deferegger? "Scho loppe, scho nore." MICHAELA RUGGENTHALER














