Debantbach ist heiß umkämpft
Das geplante vierte Kraftwerk am Eingang zum Nationalpark Hohe Tauern im Debanttal wird zum Zankapfel zwischen dem privaten Betreiber aus Lienz und der Gemeinde Dölsach.
Ich führe keine Klage beim Verwaltungsgerichtshof, sondern habe Beschwerde gegen das naturschutzrechtliche Verfahren der Umweltabteilung in der Landesregierung beim Obersten Gerichtshof eingelegt", sagt Michael Theurl. Diese Entscheidung sei ausständig. Mit dieser Klarstellung will der Betreiber eines geplanten vierten Kraftwerkes am Debantbach (wir haben berichtet) zum Ausdruck bringen, dass er trotz negativer Bescheide das umstrittene Kraftwerksprojekt "Debantbach Oberstufe" bis zum bitteren - oder positiven Ende durchführen will.
Michael Theurl ist überzeugt: "Es kann nicht sein, dass Grundeigentümer von den beiden Anrainergemeinden Nußdorf-Debant und Dölsach genötigt und unter Druck gesetzt werden, gegen das geplante Kraftwerk zu unterschreiben, nur weil die Gemeinden selber Interesse an diesem Projekt haben."
Restwasser im Debantbach
Außerdem, holt der Lienzer Unternehmer weiter aus, würde die Gemeinde Dölsach parallel mit der Tiroler Wasserkraft AG (Tiwag) einen Schriftverkehr über eine gemeinsame Vorgangsweise zur Realisierung des Kraftwerkes am Debantbach führen. Theurl: "Bürgermeister Josef Mair hat bei Tiwag-Vorstand Bruno Wallnöfer angesucht, dass man im Zuge der bevorstehenden Generalsanierung der Wasserkraftanlage Debant II gemeinsam mein Projekt weiter verfolgen sollte."
Keine Rede könne laut Lienzer Kraftwerksbetreiber mehr von einer unberührten Landschaft entlang des Debantbaches im Debanttal sein. Theurl: "Wir leiten auch nicht alles Wasser aus dem Debantbach in einer Druckrohrleitung ab, sondern es muss Restwasser bleiben."
Bürgermeister Josef Mair (ÖVP) bestätigt zwar die anstehende Generalsanierung des Kraftwerkes "Debant II", nicht aber Kontakte zur Tiwag gesucht zu haben, das "Theurl-Kraftwerk" in einem Aufwaschen zu übernehmen. Bürgermeister Mair: "Alle diese Aussagen oder Kontakte zur Tiwag sind reine Spekulationen. Hingegen kann ich nur wiederholen, dass es für das Kraftwerksprojekt des Herrn Theurl weder von der zuständigen Agrargemeinschaft noch von der Gemeinde eine Zustimmung geben wird." Mehr oder weniger sei, laut Mair, zurzeit zum Debantbach Kraftwerksprojekt nicht zu sagen.
Aus der Chefetage der Tiwag in Innsbruck lässt Vorstandsvorsitzender Bruno Wallnöfer über die Konzern-Pressesprecherin Barbara Holas ausrichten: "Die Tiwag verfolgt derzeit keine Projekte am Debantbach."
Features
Details:
Bauherr. Theurl Leimholz GmbH, vertreten durch Michael Theurl, Thal-Wilfern, Assling.
Druckrohrleitung. Das Projekt sieht vor, den direkt oberhalb der Wasserkraftanlage Debant II der Tiwag anschließenden Bachverlauf des Debantbaches auf einer Länge von 3,7 km in einer Druckrohrleitung zum Krafthaus bei der "Säge" zu leiten.














