TAL pocht auf die Einhaltung alter Verträge
Einen Talschaftsvertrag mit den 27 Anrainergemeinden in Kärnten, Tirol und Salzburg lehnt die Transalpine Ölleitung kategorisch ab. Der Streit geht weiter.
Die 27 Anrainergemeinden der Transalpinen Ölleitung (TAL) in den Bundesländern Kärnten, Tirol und Salzburg geben die Hoffnung nicht auf, dass von dem "schwarzen Gold" unter ihren Grundgrenzen auch bald etwas an die Oberfläche sprudelt. Wie die Kleine Zeitung exklusiv berichtete, haben nach der Initiative des Matreier Bürgermeisters Andreas Köll die Abgeordneten in den drei Landtagen beschlossen, in Verhandlungen über den Abschluss eines Talschaftsvertrages mit der TAL zu gehen. Die erste Runde dazu ging, wie berichtet, vor Tagen in Innsbruck über die Bühne. "Rund um das Bürgermeistergespräch sind einige Fragen aufgetaucht, die die TAL gerne beantworten möchte", sagte Sanders Schier, Geschäftsführer der TAL.
Keine rechtliche Basis
Während die Gemeindevertreter von 30 offenen Punkten zu bestehenden Verträgen, Servitutsrechten und Haftungsfragen sprachen, will Schier nur von sechs Fragen Kenntnis haben und stellt dezidiert klar: "Es gibt keine rechtliche Grundlage für einen Talschaftsvertrag." Die Ölgesellschaft habe seit dem Bau Mitte der 1960er-Jahre bestehende Verträge mit 6000 Grundeigentümern sowie den Gemeinden und sehe keine Veranlassung, an diesen zu rütteln. Schier: "Zum Thema Haftung ist zu sagen, dass die Deckungssumme von 80 Millionen Euro das Vierfache der gesetzlich geforderten Versicherung darstellt. Diese gewaltige Summe deckt jeden möglichen Verfall, unabhängig vom Verschulden, ab." In der Sicherheitsfrage hatte Bürgermeister Wolfgang Viertler aus Mittersill seine Bedenken nach einem Vorfall im Jahr 2007 deponiert. Damals sei auf Salzburger Seite ein Leck in der Leitung gewesen und die Schadensabwicklung durch die TAL nicht zur Zufriedenheit der Gemeinde jenseits des Felbertauern abgewickelt worden. Dazu Schier: "Es sind aber keine Tausende Liter Rohöl in einen Gebirgsbach geflossen." Damit der Ölriese einen gut dotierten Talschaftsvertrag erfolgreich abwehren kann, will man mit einer umfangreichen Öffentlichkeitskampagne Gemeindevertreter, Grundbesitzer, Bauern und Bürger von der Qualität und Verlässlichkeit der TAL überzeugen.
Features
BEI FRAGEN
Fragen. Für allgemeine Fragen zur TAL kann jeden ersten Freitag im Monat von 8 bis 12 Uhr die telefonische Sprechstunde unter (O 48 72) 55 00 in Anspruch genommen werden.
Spezielles. Grundeigentümer können von Montag bis Donnerstag von 8 bis 17 Uhr, jeden Freitag von 8 bis 12 Uhr anrufen.















