Flugrettung: Länder helfen sich selbst
Laut Rettungsreferent Christian Ragger (FPK) schließen Kärnten und Tirol einen Fünf-Jahresvertrag ab, in dem genau festgelegt ist, dass der stationierte Rettungshubschrauber in Nikolsdorf auch in den nächsten fünf Jahren in Oberkärnten Einsätze fliegt.

Foto © Weichselbraun
Weil Innenministerin Maria Fekter offensichtlich nicht in der Lage ist, den Gesetzesauftrag zu erfüllen und ein flächendeckendes Flugrettungsnetz in Österreich zu installieren, greift Kärnten zur Selbsthilfe. Landesrat Christian Ragger ist daran, Kärnten mit einem Netz von Rettungshubschraubern zu überziehen. Insgesamt werden künftig drei Helikopter die Einsätze aus der Luft übernehmen. Zwei davon sind schon gesichert.
Nach der gestrigen Regierungssitzung hat Ragger über einen Vertrag mit Tirol informiert, der die Versorgung des Oberen Drautales, des Möll- und Lesachtales für die nächsten fünf Jahre absichert. Tirol und Kärnten haben nämlich vereinbart, dass der in Nikolsdorf bei Lienz stationierte ÖAMTC-Hubschrauber so wie bisher auch in Oberkärnten Einsätze fliegen wird.
Wie aus der Statistik hervorgeht, ist die Zahl der Einsätze des in Osttirol stationierten "Christophorus 7" in Kärnten von Jahr zu Jahr gestiegen. Waren es im Jahr 2003 noch 40 Prozent, ist die Quote im Vorjahr auf 61,7 Prozent angestiegen. Von 533 Einsätzen haben 329 Unfallorten in Kärnten gegolten. Mit Tirol wurde jetzt vereinbart, die Kosten für die Einsätze in Kärnten zu tragen.
Um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten, fehlt jetzt nur noch ein Betreiber für den Stützpunkt Klagenfurt, der bereits ausgeschrieben wurde. Es zeichnet sich ab, dass sich eine Bietergemeinschaft aus ÖAMTC und ARA (Flugrettungsfirma der deutschen DRF und des Österreichischen Roten Kreuzes) für den Betrieb dieses wichtigen Stützpunktes bewerben wird.
Landesrat Ragger plant die Errichtung eines neuen Hubschrauber-Stützpunktes am Rande des Flughafen-Geländes (die Kleine Zeitung berichtete). Derzeit steht der Notarzt-Hubschrauber direkt am Flughafen-Gelände. Das bedeutet, dass für Start, Landung und Überflug Gebühren bezahlt werden müssen. Ragger: "Das kostet pro Jahr rund 100.000 Euro. Mit dem neuen Stützpunkt können wir uns diese Summe sparen."
Außerdem herrscht im derzeit benützten Hangar akute Platznot. Ragger: "Dort stehen drei Hubschrauber des Innenministeriums." Die Mehrkosten, die dem Land aus der Neuordnung der Flugrettung erwachsen, will Ragger beim Innenministerium einklagen: "Die sind ja schließlich dafür zuständig."














