Radtourismus unter Konkurrenzdruck
100.000 Besucher am Drauradweg. ÖBB, Land und Stadt Lienz sind mit Bilanz 2010 zufrieden. Konkurrenzstrecken in Südtirol fordern mehr Attraktivität.

Foto © Kleine ZeitungDoppelstöckige Waggons der ÖBB trugen zu mehr Qualität beim Transport von Radlern und Rädern bei
Die Saison auf dem Drauradweg hat nach Jahren steiler Anstiege bei der Frequenz erstmals unterm Strich ein Minus. 15.000 Radler weniger als im Vorjahr waren auf der Strecke Innichen-Lienz unterwegs. 15 Prozent beträgt damit der Rückgang. Österreichische Bundesbahnen (ÖBB), Stadt Lienz und Land sind mit dem Ergebnis, das primär auf Schlechtwetter im August zurückgeführt wird, zufrieden. Bürgermeister Johannes Hibler kehrte gestern bei der Bilanzpräsentation zurück zur Ausgangssituation für den Radsommer, der wegen Erdrutsches in Leisach unter keinem guten Stern gestanden sei. "So gesehen bin ich mit dem Ergebnis zufrieden."
Mit Qualität punkten
Dann setzte Hibler nach: "Aber wir sind nicht mehr alleine." In Südtirol seien neue Radwege wie jene von Innichen nach Bruneck oder von Toblach nach Cortina entstanden oder in Bau. "Wir werden uns anstrengen müssen." Noch attraktiver, noch mehr Qualität seien Gebote der Stunde. Qualität war das Stichwort für Mobilitätslandesrat Anton Steixner, Alexander Jug, den Regionalmanager der ÖBB und Oskar Januschke vom Stadtmarketing Lienz. "Mit dem erstmaligen Einsatz von Doppelstockgarnituren konnten wir die Reisequalität für die Radtouristen nochmals erheblich steigern", sagte Steixner. Jug betonte, dass in Sachen Komfort und Kundenorientierung neue Maßstäbe gesetzt worden seien. Januschke präsentierte aktuelle Zahlen einer Kundenbefragung, mit denen er das Qualitätsangebot untermauerte.
Schwachstellen nannte Januschke beim Gastronomieangebot entlang der Strecke und bei der Einbindung von Orten. "Wir stehen auch am Sprung vom Radweg zum Markenprodukt", sagte der Leiter des Stadtmarketings. Er wird künftig als geschützte Marke "Dolomiten-Drauradweg San Candido Italia - Lienz Austria" geführt. Zusätzlich sind eine Homepage und eine automatische Zählstelle in Planung.
Features
Daten und Fakten
Frequenz. 2010 wurden 100.000 Radler auf dem Radweg Lienz-Innichen gezählt. Im Vorjahre waren es 115.000.
Stärkster Tag. war mit über 4000 Gästen der 10. August
Bahn. 43.000 Schienenkilometer wurden heuer für die Radzüge zwischen Lienz und Innichen zur Verfügung gestellt.














