Chaos um den Fusionsvertrag
Zwischen Lienz und den übrigen Osttiroler Tourismusregionen ist eine Schlammschlacht ausgebrochen. Zankäpfel: das Tourismusgesetz, der Sonderprüfbericht und das liebe Geld.
Die Finanzlage im Tourismusverband Osttirol (TVBO) sorgt intern aber auch politisch für Chaos. Das Aufschnüren des Fusionsvertrages kommt für den Lienzer Bürgermeister und TVBO-Aufsichtsrat Johannes Hibler nicht infrage. "Jeden Versuch, den Vertrag zu ändern, lehne ich strikt ab." Er drohte sogar damit, in diesem Falle die Fusion platzen zu lassen. Für seine Haltung holte er sich die Zustimmung aller Bürgermeister im Talboden. "Es ist verständlich, dass sich mancher ein größeres Stück vom Talbodenkuchen abschneiden will", verweist Hibler auf das Geldpolster in der Tourismusregion Lienzer Dolomiten.
Werner Frömel, Aufsichtsratschef des TVBO, lässt keinen Zweifel daran: "Um aus der Misere zu kommen, ist der Fusionsvertrag zu überarbeiten." TVBO-Vorstand Andreas Köll stellt klar: "Ein Grund für die bilanztechnische Situation beim TVBO ist, dass wir beim Ausbau des Hochsteines keine stillen Beteiligungen eingegangen sind". Köll macht kein Hehl daraus, dass der Fusionsvertrag in vielen Punkten dem Tourismusgesetz widerspreche. Und es gehe nicht an, dass Darlehen im Verband belassen und Vermögenswerte ausgegliedert werden, so wie es in Lienz praktiziert wurde.
Zurück an den Start
Einer, der die Zustände im TVBO kommen sah, ist Gerald Hauser, nicht stimmberechtigter Vorstand. Er bringt mit einem Rechtsgutachten des Verfassungsjuristen Norbert Wimmer die Situation im heimischen Tourismus zur Ausgangslage wie vor der Zwangsfusionierung 2008 zurück. "Den Regionen muss im Tourismusgesetz wieder die beschränkte Rechtsfähigkeit bescheinigt werden", so Hauser. Im Klartext: Die vier Tourismusregionen (Lienz, St. Jakob, Matrei und Sillian) müssen wieder Kredite aufnehmen und Werbung in eigener Sache machen können. Ohne den Gesamtverband oder Vorstand fragen zu müssen. Dagegen spricht sich aber TVBO-Obmann Franz Theurl aus: "Was es braucht, ist eine Korrektur des Fusionsvertrages und sonst nichts."















