Blasisker ist für SPÖ "nicht mehr tragbar"
Vernachlässigte Kontrolle und Vetternwirtschaft in Lienz am Pranger.
Es ist unüberhörbar. In Lienz werden Wahlkampftöne angeschlagen. Vizebürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) und Gemeinderat Andreas Hofer sind diverser Vorkommnisse in der Stadtpolitik überdrüssig. Blanik wirft Bürgermeister Johannes Hibler "Freunderl- und Vetternwirtschaft" vor. Konkret bezog sie sich dabei auf Kostenüberschreitungen bei der Julius-Durst-Straße. "Die Überschreitung betrug 100.000 Euro." Planer für die Julius-Durst-Straße war das Büro Tagger des Lienzer ÖVP-Mandatars Stefan Tagger. Als Hohn empfinden sowohl Blanik als auch Hofer, dass es für Tagger nun zwei Folgeaufträge im Zusammenhang mit der Julius-Durst-Straße gegeben habe. "Und das ohne Ausschreibung", kritisierte die Vizebürgermeisterin. Hibler wertet diese Angriffe als nicht sachlich und erklärt, dass die neuerliche Auftragsvergabe wegen äußerst günstiger Preise als Anhängeverfahren erfolgt sei.
Hofer legte an Kritik noch eines drauf: "Freunderlwirtschaft ohne Hemmungen betreibt nicht nur die ÖVP, sondern auch FPÖ-Gemeinderat Josef Blasisker. Der war in der Vorperiode Steigbügelhalter der ÖVP, jetzt ist er ihre Marionette." Blasisker ist Überprüfungsausschuss-Obmann im Gemeinderat. Dessen Aktivität lässt für die SPÖ stark zu wünschen übrig. "Sieben Monate nach der Wahl hat er jetzt erstmals eine Sitzung des Kontrollausschusses einberufen. Für uns ist der Überprüfungsausschuss-Obmann nicht mehr tragbar." Eine Aufsichtsbeschwerde gegen Blasisker werde überlegt. Der Angegriffene war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.














