Gutachten für die Klamm ist negativ
Prosseggklamm muss gesperrt bleiben. Laut Landesgeologen ist sie nur mit hohem Aufwand zu sichern. Verordnung über weitere Sperre soll über die Behörde erfolgen.
Eines hat die neu aufgeflammte Diskussion um die Sperre der Prosseggklamm in Matrei bewirkt: Bürgermeister Andreas Köll (ÖVP) reagierte und führte vor einer Woche eine Begehung mit Fachleuten durch. Es war nach 2003 und 2008 die dritte Begehung, aber die erste mit schriftlicher Stellungnahme. Landesgeologe Hans Schroll sowie die Behördenleiter Harald Haider (Baubezirksamt) und Otto Unterweger (Wildbach- und Lawinenverbauung) begutachteten die Klamm.
Inzwischen liegt die Expertise des Landesgeologen vor. Sie ist eindeutig negativ. "Die Wegsperre hat aufrecht zu bleiben", stellte Schroll fest. Sehr hohe Steinschlaggefahr am "unteren Klammweg" und wesentliche Steinschlaggefahr für den zweiten Teil des Weges ab den schluchtüberquerenden Stromleitungen bergwärts führte er als Gründe an. Nach Vorliegen des geologischen Gutachtens übertrug Köll am vergangenen Freitag die Zuständigkeit für die Sperre von der kommunalpolitischen Ebene auf die Verwaltungsebene.
Sicherung wird teuer
"Die Verordnung der Sperre obliegt jetzt Bezirkshauptfrau Olga Reisner", sagt Köll. Im geologischen Gutachten ging Hans Schroll auch darauf ein, was zu tun ist, damit die Klamm wieder freigegeben werden kann: "Vor einer Öffnung sind umfassende Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen durchzuführen, die von einem geologischen Fachbüro genau festzulegen sind." Schroll macht darauf aufmerksam, dass solche Maßnahmen teuer werden - und er betont, dass das Fachbüro auch zu prüfen hat, ob alternative Wegtrassen durch die Klamm realisierbar sind. Der Gemeinderat von Matrei beschloss gestern auf Antrag von Bürgermeister Köll die Bestellung eines solchen geologischen Fachbüros, damit Maßnahmen zur Öffnung der Klamm erarbeitet werden.
Features
KLAMMSPERRE
2002. Wegen Gefahr im Verzug ließ der damalige Vizebürgermeister Johann Steiner den Weg in die Prosseggklamm sperren.
2003 und 2008. Begehungen durch Landesgeologen, schriftliche Stellungnahmen blieben damals aus. Der Begehung in der Vorwoche folgte ein schriftliches Gutachten.













