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Zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 um 10:19 UhrKommentare

"Buslinie" zur Karlsbader Hütte geplant

Touristiker wollen mit Shuttlebus geregelte Auffahrt zur Karlsbader Hütte - und damit ältere und gehbehinderte Menschen in die Bergwelt bringen.

Rupert Tembler, Pächter der Karlsbader Hütte, mit seiner Küchenhilfe aus Nepal

Foto © HatzRupert Tembler, Pächter der Karlsbader Hütte, mit seiner Küchenhilfe aus Nepal

Die Karlsbader Hütte thront in 2261 Meter Höhe im Herzen der Lienzer Dolomiten. Wanderer und Bergsteiger, die gut bei Fuß sind, erreichen diese Schutzhütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) der Sektion Karlsbad locker in zwei Stunden.

Eine Zufahrt über den breiten Schotterweg von der Dolomitenhütte aus ist nur Hüttenwirt Rupert Tembler, dem Bundesheer oder Mitgliedern der Agrargemeinschaft Tristach gestattet. Ein Umstand, der mit einer gewissen Lockerung der Zufahrtsbeschränkungen in dieses Gebiet ohne Schutzzone mehr Touristen in die Welt der Dolomiten bringen könnte. "Es darf zu keiner Öffnung eines uneingeschränkten Verkehrs kommen, ein Shuttlebus in den frühen Morgen- und Abendstunden wäre für ältere und gehbehinderte Menschen die Möglichkeit, diese Traumkulisse in den Lienzer Dolomiten mit eigenen Augen sehen zu dürfen", sagte Werner Frömel, Aufsichtsratsvorsitzender des Tourismusverbandes Osttirol. Mit der Errichtung des Klettersteiges durch die "Alpinplattform Lienz" sei ein möglicher Haftungsträger mit Versicherungsschutz für den Zufahrtsweg gegeben. Frömel: "So könnte ein kleiner Bus von sieben bis neun Uhr früh und am Abend von 17 bis 19 Uhr verkehren, das wäre ein Wunsch von uns."

Viele Fragen offen

Eine solche Aufstiegsmöglichkeit mit vier Rädern liegt in den Händen der Agrargemeinschaft Tristach. Obmann Josef Mitterhofer: "Ich kann mir schwer vorstellen, dass ein regulärer Betrieb zur Karlsbader Hütte zur Dauereinrichtung wird. Aber ich werde dieses Thema im Ausschuss zur Sprache bringen und wir werden darüber diskutieren." Gänzlich abgeneigt zeigte sich der Agrarobmann nicht. "Es gibt viele Interessen in dieser Region abzuwägen", sagte Mitterhofer. Dazu würde die Jagd zählen. Mitterhofer überzeugt: "Den Tourismus brauchen wir aber auch alle."

Nicht gänzlich abgeneigt

Der Vorsitzende der Sektion Karlsbad, Horst Wagner steht einem Shuttledienst nicht begeistert, aber nicht strikt ablehnend gegenüber. "Eine generelle Fahrmöglichkeit zur Karlsbader Hütte lehnen wir kategorisch ab, aber es kommen immer wieder Anfragen von gehbehinderten Menschen, ob es eine Möglichkeit gibt zur Hütte zu gelangen." Gerade in diesen Tagen sei ein Bus mit gehbehinderten Vereinsmitgliedern aus Deutschland vor Ort. Wagner: "Bevor über einen beschränkten Zubringerdienst gesprochen wird, müssten Detailfragen geklärt werden." Wie es zum Beispiel mit der Haftung, der Wegerhaltung und den Zubringerzeiten aussehen würde. Es sei, so Wagner, schon einmal über eine Öffnung von der Dolomitenhütte in 1616 Meter Seehöhe bis zur Instein-Gedenkstätte debattiert worden. Diese sei in den Bergen verhallt.

GÜNTHER HATZ

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