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Zuletzt aktualisiert: 21.08.2010 um 20:16 UhrKommentare

Seite an Seite im Einsatz für die Umwelt

Die Osttirolerin Sarah Kollnig setzt sich im Hochland Boliviens für eine bessere Zukunft der dort lebenden Menschen ein. Die Umweltwissenschaftlerin be-schäftigt sich mit der Bergbau-Problematik.

Den lang gehegten Wunsch, sich in einem der wirtschaftlich ärmsten Länder der Welt sinnvoll einzusetzen, verwirklichte die Osttirolerin Sarah Kollnig vor einem halben Jahr. Seit Februar ist die 25-jährige Nußdorf-Debanterin im Herzen Südamerikas, in Bolivien, als Entwicklungshelferin im Einsatz. Im "Zentrum für Ökologie und Andenvölker" beschäftigt sich die Umweltwissenschaftlerin in der Stadt Oruro mit der Problematik des Bergbaus und dessen ökologischen Folgen.

"Nach Abschluss meines Studiums der Umweltwissenschaften arbeitete ich eine Zeit lang in Berlin. Abgeschreckt vom grauen Alltag des Forschungsgeschäftes entschloss ich mich, nach einer Einsatzmöglichkeit in einem völlig anderen Land zu suchen", erklärt Kollnig ihre Intention. Sie suchte nach einer Aufgabe in einem Entwicklungsland, da sich in diesen Ländern - laut Kollnig - große ökologische Probleme auftun und das Wissen zur Analyse und Lösung dafür noch nicht vorhanden ist. Ursprünglich wollte sich die Osttirolerin in Indien der neuen Herausforderung stellen, bis sie den Salzburger "Verein zur Förderung internationaler Solidarität" entdeckte, der ihr eine Einsatzmöglichkeit im Umweltbereich in Bolivien anbot.

Herz schlägt für Bolivien

"Das Land kam mir sehr bekannt vor. In den späten Siebzigerjahren waren meine Eltern als Entwicklungshelfer im tropischen Osten Boliviens tätig. Von klein auf hatte ich Fotos und Geschichten rund um Bolivien mitbekommen", so Kollnig. Nach einer kurzen Entscheidungsphase entschied sich die Nußdorf-Debanterin für neun Monate nach Bolivien zu gehen.

Ihr Einsatzgebiet ist das Hochland Boliviens, indem sich die Städte Potosí, Oruro und der Regierungssitz La Paz befinden. "Ich lebe hier auf der Höhe des Großglockners, die Städte befinden sich auf 3700 bis 4000 Meter Seehöhe. Die höchsten Berge erreichen bis zu 6500 Meter", gibt Kollnig Einblick in ihr derzeitiges Leben, die in der Stadt Oruro am "Centro de Ecologia y Pueblos Andinos" (Zentrum für Ökologie und Andenvölker), das sich praktisch und wissenschaftlich mit der sozialen als auch ökologischen Situation Boliviens beschäftigt, tätig ist.

Bergbau ohne Kontrolle

Die Stadt und das Umland Oruros sind, wie das gesamte Hochland Boliviens, reich an Bodenschätzen. Die Ausbeutung dieser Ressourcen durch eine unüberschaubare Vielzahl von Akteuren hat zu zahlreichen sozialen und ökologischen Problemen geführt. "Da der Bergbau ohne jegliche Kontrolle möglich ist, landen die Abwässer aus Stollen direkt im nächsten Fluss. Außerdem fallen feste Abfälle aus dem Bergbau an, die sorglos im Gelände abgelagert werden", berichtet Kollnig. Auch die Landwirtschaft leidet unter den Folgen des Bergbaus. Aufgrund der Umweltverschmutzung und Wasserknappheit ist eine Bewirtschaftung heute fast unmöglich.

Mit Bewohnern aus der Region, die sich in einer Organisation zusammengeschlossen haben, sucht das Zentrum für Ökologie und Andenvölker nach Lösungen. "Schritt für Schritt begleiten wir die Menschen dabei, ihre Forderungen in die Tat umzusetzen", so Kollnig. Hauptanliegen sind einerseits der Stopp der Umweltverschmutzung durch Bergbau und andererseits die Qualität der Gewässer und Böden in der Region so gut wie möglich wieder herzustellen.

Geografische Vielfalt

"Auch wenn sich die Arbeit als schwierig gestaltet, ist mein Einsatz sehr interessant, da ich die Realität des ärmsten Landen Südamerikas kennenlerne", sagt Kollnig, die von der kulturellen und geografischen Vielfalt Boliviens beeindruckt ist: "Von den Anden bis zum tropischen Tiefland reicht das Land." Der Großteil der Bevölkerung lebt unter ärmlichsten Umständen. In der Region, in welcher Kollnig arbeitet, haben die meisten Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser und einer grundlegenden Gesundheitsversorgung.

"Die Menschen sind freundlich, etwas schüchtern und sehr ruhig. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass alles seine Zeit braucht", so die Osttirolerin, die ihren Aufenthalt in Bolivien bis Mitte 2011 verlängern wird. Zu Weihnachten sollte sich ein Besuch in Osttirol ausgehen. Kollnig bedankt sich bei all ihren Gönnern, die ihren freiwilligen Einsatz unterstützen.

KRISTINA PRANTER-KREUZER

INFOS ÜBER ORURO

Stadt. Die Stadt Oruro liegt im Hochland Boliviens ein.

Einwohner. 235.393 Einwohner (Fortschreibung 2010)

Lage. Die Stadt liegt auf einer Seehöhe von 3.710 Metern. Sie ist sie sechstgrößte Stadt des Landes. Der Regierungssitz La Paz befindet sich etwa 225 Kilometer von Oruro entfernt, die Stadt Potosi 316 Kilometer.

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