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Zuletzt aktualisiert: 24.07.2010 um 20:16 UhrKommentare

Lienzerin kämpft in Bolivien um Gesundheit der Indios

Die gebürtige Osttirolerin Marga Mair (40) lebt seit 13 Jahren im 1300-Seelen-Dorf Tutimay in Bolivien. In Lateinamerika hat sie gemeinsam mit ihrem Mann das indigene Zentrum "Yachay Chhalaku" für Kinder und Frauen errichtet.

Ich mache in Bolivien das, was mir am Herzen liegt", bringt die gebürtige Lienzerin Marga Mair ihr Tun und Schaffen in Südamerika auf den Punkt. Seit mittlerweile 13 Jahren lebt die Entwicklungshelferin in Südamerika. Die Mutter von vier Kindern gründete 2003 mit ihrem bolivianischen Mann ein eigenes indigenes Zentrum "Yachay Chhalaku", in dem vor allem Bildungsarbeit für Kinder, als auch Gesundheitsprojekte umgesetzt werden.

Früher Umzug

Im Alter von zwölf Jahren übersiedelte die Lienzerin gemeinsam mit ihren Eltern nach Nordtirol. Nach der bestandenen Matura in Innsbruck zog es die heute 40-Jährige zu Studienzwecken in die Bundeshauptstadt Wien, wo sie an der Universität für Bodenkultur das Fach Landwirtschaft studierte. Mit Seminaren zum Thema Regionalentwicklung und über das Land Bolivien vertiefte sie ihr Wissen. "Bolivien und Südamerika im Allgemeinen haben mich immer schon fasziniert. Im Rahmen meiner Diplomarbeit zog es mich dann für ein halbes Jahr nach Bolivien", berichtet Mair, die dort ihren jetzigen Mann Jose Antonio Garcia Siles kennen und lieben lernte. Nach zwei gemeinsamen Lebensjahren in Österreich, beschloss die Familie vor 13 Jahren nach Lateinamerika zu übersiedeln. Seither kämpft die Gründerin der bolivianischen Gesundheitseinrichtung "Yachay Chhalaku" für ein besseres Leben von Kindern und Frauen.

"Die Bildung der Kinder am Land sowie Gesundheitsprojekte zum Thema Zahnpflege und allgemeine Medizin liegen mir am Herzen, ebenso wie die Information der Indigofrauen über ihre Rechte", gibt Mair Einblick in ihr Wirken im entfernten Bolivien, die sich mit ihrem Mann und ihren vier Kindern in Tutimay, einem kleinen Ort mit 1300 Einwohnern in der Nähe der Stadt Sacaba, niedergelassen hat.

Unterstützung und Spenden

Unterstützt wird die Lienzerin bei ihrer Arbeit von der Organisation "Bruder und Schwester in Not", der sie kürzlich in Innsbruck persönlich einen Besuch abstattete, um sich bei den Spendern zu bedanken. Die Entwicklungshelferin legt außerdem großen Wert darauf, das traditionelle Wissen der Indios, welches jetzt noch vereinzelt durch alte Menschen vorhanden ist, zu wahren. "Dieses Wissen ist nicht nur für die lokale Bevölkerung, sondern für ganz Bolivien von großer Bedeutung", ist Mair überzeugt, die durch die finanzielle Hilfe von "Bruder und Schwester in Not" eine eigene Broschüre zum Thema Heilpflanzen herausgeben konnte.

Broschüre über Heilmittel

"Wir möchten den Einsatz von Heilpflanzen und Medizin kombinieren", erklärt Mair, Mutter von drei Töchtern und einem Sohn, ihre Intention. Zum Beispiel befragte sie in einem konkreten Projekt die indigene Bevölkerung, welche Natur- und Heilpflanzen sie verwenden. Daraufhin wurden diese Rezepte für "Naturzahnpasten" gesammelt. Mair ließ diese von einem Labor prüfen, bevor Mütter aufgerufen wurden, dieses Naturprodukt selbst zu produzieren und auch zu verwenden.

"Dank der Unterstützung durch ?Bruder und Schwester in Not', den vielen Spendern und Land Tirol kann ich in Bolivien das machen, was für mich von so großer Bedeutung ist ", berichtet Mair, die bereits im Alter von 17 Jahren von Lateinamerika fasziniert war und das soziale Engagement auf ihrer Prioritätenliste von Kindheit an ganz vorne stand.

Schöne Erinnerungen

Ihr Bezug zu ihrer ursprünglichen Heimat Osttirol ist, durch ihren frühen Umzug im Alter von zwölf Jahren nach Nordtirol, heute leider kaum noch vorhanden. Ihre Familie lebt nach wie vor jenseits des Felbertauern. "Ich denke aber immer noch sehr gerne an meine Kindheit in der Stadt Lienz zurück. Meine Eltern waren mit mir häufig im Draupark oder am Iselkai spazieren", berichtet Mair, die ihre vielen Erinnerungen an ihre Heimat als sehr schön und liebevoll bezeichnet.

Auch in Zukunft wird sich die Osttirolerin in Bolivien voll und ganz unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" für Kinder und Frauen in Bolivien engagieren.

KRISTINA PRANTER-KREUZER

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