Internet-Einladung regt auf
Ärger beim Alpenverein: Einladung zur Jahreshauptversammlung wurde nur mehr im Internet ausgeschrieben. "Alles korrekt", sagt der Obmann.
Auch im Österreichischen Alpenverein (OeAV) gehen die Vorstandsmitglieder in den Sektionen nicht nur am Berg neue Wege. So wählte die Sektion Lienz mit Obmann Johann Gaiswinkler an der Spitze für die Einladung zur Jahreshauptversammlung am 17. Juli 2010 in der neuen Hochsteinhütte als "ortsübliche Informationsquelle" den Datenhighway. Nicht zur Freude aller Mitglieder in der Sektion Lienz.
Ex-Hüttenwart Georg Zlöbl zweifelt überhaupt daran, ob die Abhaltung der Versammlung rechtsgültig war. "Laut Vereinssatzungen müssten aber alle der 2000 Mitglieder schriftlich auf andere ortsübliche Weise dazu eingeladen werden. Da steht jetzt die Frage im Raum, ob Beschlüsse in dieser Hauptversammlung überhaupt ihre Gültigkeit haben." Immerhin seien dort laut Zlöbl Kostenüberschreitungen für den Neubau in der Höhe von 170.000 Euro abgesegnet worden.
Vorgangsweise "ortsüblich"
Gaiswinkler sieht keinerlei Zweifel an der "ortsüblichen Information" an die OeAV-Mitglieder. "In der Vollversammlung 2008 wurde einstimmig dieser Weg, die Versammlung zu Saisonbeginn auf unseren Vereinshütten abzuhalten sowie das Vereinsjahr um ein halbes Jahr zu verschieben, beschlossen - mit der Stimme von Herrn Zlöbl", so Gaiswinkler.
Und in der Sitzung am 29. Jänner 2009 "segnete" der Vorstand den Schritt, den Jahresbericht samt Einladung ins Internet zu stellen ab. Mitglieder, die keinen Internetzugang hätten, könnten alle Unterlagen schriftlich anfordern. 30 Mitglieder hätten davon Gebrauch gemacht. Gaiswinkler: "Die Alpenverein-Jugend nützt nur mehr das Internet."














