"Aber kämpfen muss jeder alleine"
Acht Schützlinge der Lebenshilfe Osttirol zogen aus, um ihre sportliche Leistung unter Beweis zu stellen. Sie starten in St. Pölten bei den nationalen Sommerspielen von Special Olympics.
Der Bus war startbereit. Am Eingang der Lebenshilfe Matrei herrschten Donnerstag Aufbruchstimmung, Kampfgeist, aber auch Nervosität. Betreuer, Trainer und Führungskräfte der Lebenshilfe Osttirol verabschiedeten ihre Schützlinge, die sich auf den Weg nach St. Pölten machten. Sie haben sich für die nationalen Sommerspiele mit internationaler Beteiligung im Rahmen von Special Olympics qualifiziert. Fünf der Sportler kommen aus der Lebenshilfe-Werkstätte Matrei, drei aus Lienz. Sie messen sich mit 1980 Startern aus zwölf Ländern.
Keine Juxpartie
Schwimmen und Leichtathletik sind die Disziplinen, in denen sich die Osttiroler in den kommenden vier Tagen behaupten werden. "Es ist keine Juxpartie, zu der die drei jungen Frauen und die fünf Burschen aufbrechen", sagte Werkstättenleiter Richard Schneider. Sporttraining für die Teilnahme an Special Olympics-Bewerben sei in Matrei seit Jahren fixer Bestandteil der Betreuung. Zuletzt waren die sportlichen Schützlinge vor zwei Jahren bei den Winterspielen am Start. Lange und intensiv haben sich die Athleten nun auf die Sommerspiele vorbereitet.
Chance auf Medaillen
Karl Holzer, Mitarbeiter der Lebenshilfe Matrei und Leichtathletik-Trainer, wies voll Stolz darauf hin: "Mit etlichen Spitzenrängen bei den Pre-Games im März haben unsere Sportler ihr Können bewiesen." Im Schwimmen brachte der Behindertensportverband die Teilnehmer zur Sommerspiel-Reife. Holzer: "Da wir bei den Vorspielen immer an vorderster Front waren, sind Hoffnungen auf Medaillen berechtigt." Medaillenchancen haben vor allem der Schwimmer Rainer Pötscher und der Leichtathlet Franz Kinzl, beide aus Matrei.
"Lasst mich gewinnen! Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann lasst es mich mutig versuchen" - so lautet der Eid der Special Olympics. Der Matreier Lebenshilfe-Leichtathlet David Kleinlercher wandelte diesen vor der Abfahrt um: "Dabei sein ist alles, aber kämpfen muss ich alleine." Die Rodel-Olympiasieger Andreas und Wolfgang Linger hätten ihn so eingeschworen. "Ich bin sehr stolz, dass wir Olympioniken haben. Ich danke den Trainern und den Behindertensportverband Osttirol, die das möglich machten", sagte Inge Hanser, Obfrau der Lebenshilfe Osttirol und wünschte der Mannschaft, die im Bus abfahrbereit war, viel Glück.














