Seltene Blaukehlchen nisten im Nationalpark
Ein großer Erfolg war der Tag der Artenvielfalt, der vergangenen Samstag im Nationalpark Hohe Tauern stattgefunden hat. Sogar eine besonders seltene Vogelart konnte nachgewiesen werden. Außerdem wurden noch Raritäten aus der Pflanzenwelt entdeckt.

Foto © Nationalpark Hohe Tauern/Jakob ZmölnigIn Mitteleuropa besonders selten: Rotsterniges Blaukelchen
Zeitgleich in allen österreichischen Nationalparks fand am 29. Mai 2010 im Nationalpark Hohe Tauern in Rauris der GEO Tag der Artenvielfalt statt. Laut Ausschreibung des Nationalpark Hohen Tauern durchkämmten über 50 Experten aus den verschiedensten naturkundlichen Sparten das Seidlwinkltal mit dem Ziel innerhalb von 24 Stunden die Tier- und Pflanzenarten des Tals zu erheben. Mehr als 200 Besucher konnten die Wissenschafter hautnah bei der Arbeit begleiten und selbst Funde verbuchen. Mit zirka 1200 gefundenen Arten, darunter mehrere für den Nationalpark Hohe Tauern gänzlich neuen Arten und dem Nachweis von besonders seltenen und stark gefährdeten Arten kann der Tag als großer Erfolg für den Nationalpark Hohe Tauern bezeichnet werden.
Seltene Vogel- und Pflanzenarten gefunden
Robert Lindner, vom Haus der Natur, zeigte sich vom Artenreichtum des Tales schon im Frühjahr besonders begeistert: "Ende Mai ist für einen Hochgebirgsnationalpark sehr früh um auf Artensuche zu gehen. Wir sind daher überrascht, dass die ersten Schätzungen trotzdem darauf hindeuten, dass insgesamt über 1200 Arten nachgewiesen wurden. Wenn in einigen Wochen endgültig alle Funde bestimmt sind, werden es unter Umständen sogar noch mehr sein." Als Vogelexperte freut sich Robert Linder besonders über den Nachweis, des in Mitteleuropas besonders seltenen Rotsternigen Blaukelchens. "Die Art steht europaweit unter besonderem Schutz. Sie sind sehr heimliche Vögel und daher nur schwer nachzuweisen. Dass hier im Seidlwinkltal zwei Männchen in einem geeigneten Habitat beobachtet wurden, kann man als deutlichen Hinweis auf ein lokales Brutvorkommen werten!" Auch bei den Planzenarten konnten zwei neue Funde verbucht werden. "Den Schweizer Moosfarn und den Sumpf-Löwenzahn. Der Moosfarn ist eine von insgesamt lediglich zwei im deutschsprachigen Raum heimischen Moosfarnarten", so Peter Pilsl von der Salzburger Botanischen Arbeitsgemeinschaft. Und ebenfalls die Pilzexperten meldeten Funde gefährdeter Arten. Der Scharlachtrote Kelchbecherling und das äußerst selten vorkommende Glattstielige Stockschwämmchen. Notiz am Rande: Sogar ein dänisches Designerlabel hat für das Stockschwämmchen ein limited Design for unlimited Life entworfen. Der Verkaufserlös geht an Umweltorganisationen, welche sich der Erhaltung des Pilzes verschrieben hat.
Auch bei den Planzenarten konnten zwei neue Funde verbucht werden. "Den Schweizer Moosfarn und den Sumpf-Löwenzahn. Der Moosfarn ist eine von insgesamt lediglich zwei im deutschsprachigen Raum heimischen Moosfarnarten", so Peter Pilsl von der Salzburger Botanischen Arbeitsgemeinschaft.
Der mittlerweile 4. Tag der Artenvielfalt im Nationalpark Hohe Tauern ist erfolgreich zu Ende gegangen - erstmals mit Besucherbeteiligung. Die Teilnehmer waren von der Vielfalt in Österreichs ältesten und größten Nationalparks begeistert.
Features
4. Tag der Artenvielfalt
Mehr als 200 Besucher schauten über 50 Experten bei ihrer Arbeit über die Schulter. Im Nationalpark sind mehr als 1200 Arten nachgewiesen.
Seltene Arten
Pflanzen: Schweizer Moosfarn und Sumpf-Löwenzahn
Vögel: Rotsterniges Blaukelchen
Pilze: Scharlachtrote Kelchbecherling GlattstieligeStockschwämmchen













