Helfer fliegen jetzt auf Flurnamen
Osttiroler Ortschronisten auf Spurensuche: Hilfestellung für Einsatz- und Katastrophenplanungen sowie Sicherung kulturellen Erbes als Ziel.

Foto © Pranter-KreuzerFlurnamen sind bei Einsatzübungen wichtig
Ob Wiesen, Wälder, Almen, Täler oder Jöcher. Die Osttiroler Ortschronisten werden jedes "Fleckchen" Erde im Bezirk genau unter die Lupe nehmen. Ein Dokumentationsprojekt soll die Flurnamen erheben, sichern und nutzbar machen.
In Osttirol fiel der Startschuss bei der Frühlingstagung der Ortschronisten. Gemeinsam mit Vertretern der Bezirksforstinspektion fand eine Einführung in das Projekt statt, welches im Institut für Sprachen der Universität Innsbruck und Land Tirol seinen Ausgang hat. "Ich freue mich über das große Interesse. Nahezu alle Gemeinden machen mit", so Hansjörg Temmel, Bezirkschronist und Koordinator. Schritt für Schritt werden in den kommenden Monaten die Flurnamen in Erfahrung gebracht und festgehalten. "In Obertilliach, Virgen, Kals sowie Ainet und Schlaiten gibt es schon wissenschaftliche Arbeiten. Natürlich sind Ergänzungen notwendig, welche sich allein durch unterschiedliche Schreibweisen oder durch neue Lokalitäten ergeben", informiert Temmel, der auf die Mithilfe der heimischen Bevölkerung hofft.
Ausführliche Recherche
In einigen Gemeinden wird die ältere Generation zu einer Sitzung eingeladen, aber auch bei Seniorennachmittagen soll recherchiert werden. "Es wird viele Detailgespräche mit Hirten, Jägern oder Bauern geben", erklärt Temmel. Die gesammelten Flurnamen, welche mit Aufnahmegeräten auch phonetisch erfasst werden, werden in Orthofotos übertragen. Neben der Erhaltung der Begriffe ist die Flurnamendokumentation für das Rettungswesen von großer Bedeutung: "Die Flurnamen sind bei der Alarmierung für ein schnellst mögliches und konkretes Auffinden des Einsatzortes enorm wichtig", erklärt Temmel, der hofft, die Erhebung bis Ende des Jahres 2011 abgeschlossen zu haben.
Features
CHRONISTEN
Gemeinde. In den meisten Osttiroler Gemeinden dokumentieren Ortschronisten das Zeitgeschehen.
Projekte. Das "Harpfen-Projekt" konnte bereits abgeschlossen werden. In Osttirol wurden 357 dieser Dörranlagen dokumentiert.














