In Opatija holt er die "Adria" auf den Tisch
Der Virger Arthur Berger ist als Küchenchef im Adria Relax Resort Hotel Miramar in Opatija in Kroatien tätig. In seinem Buch "Opatija Riviera - eine Genussreise mit Arthur Berger" gibt er interessante Einblicke in seine Arbeit.
Die Früchte des Meeres direkt vor der Haus- beziehungsweise Küchentür, hat Koch Arthur Berger aus Virgen in Kroatien. Seit vier Jahren bekocht der Osttiroler die Gäste des Adria Relax Resort Hotel Miramar in Opatija an der kroatischen Adriaküste. Als Küchenchef zaubert er mediterrane Köstlichkeiten auf den Teller, die er auch in seinem eigenen Kochbuch der Allgemeinheit schmackhaft gemacht hat.
Eigentlich verfolgte der heute 47-jährige Osttiroler einen anderen Traum. Als Jugendlicher wollte er ursprünglich Tischler werden. Doch als ihm seine Lehrstelle aus heiterem Himmel abgesagt wurde, traf der Virger eine zukunftsweisende Entscheidung. Er ließ sich davon überzeugen, Hobel und Säge gegen einen Kochlöffel und Küchenmesser einzutauschen. Sein kulinarisches "Handwerk" lernte der Virger in St. Johann in Tirol.
Über Weltmeere schippern
Danach zog es den Jungkoch nach Seefeld in Tirol sowie ins Schloss Seefels nach Pörtschach in Kärnten, bevor er ein Jahr lang mit der Queen Elisabeth 2 durch die Weltmeere schipperte. "Da ich fast die ganze Welt sehen durfte, zieht es mich seither immer wieder ans Meer. Es bedeutet für mich Freiheit", erklärt der Osttiroler, der bevor er an die kroatische Riviera wechselte, unter anderem 14 Jahre lang im "Salzburgerhof" in Zell am See den Herd zum Glühen brachte.
Mediterran, leicht, kreativ
"Diese Stelle im Hotel Miramar ist meine erste im Ausland", berichtet der Virger, der dort als Küchenchef die Leitung der Küchenbrigade über hat. Sein Team besteht aus circa 25 Personen. Im Schnitt werden 220 bis 240 Hotelgäste, 50 bis 70 à la carte sowie 90 Mitarbeiter verköstigt. "Unsere Küchenlinie würde ich als mediterran, sehr leicht, kreativ sowie als kroatisch mit österreichischen Einflüssen bezeichnen", so der Küchenchef, der auch schon Otto von Habsburg mehrfach bekochen durfte. Habsburg wurde im Jahr 2007 zum Ehrenbürger von Opatija ernannt. Er residierte damals mit seiner Familie im Hotel Miramar und kehrte auch in der Zeit danach mehrfach im luxuriösen Haus an der Adria ein. "Er ist so ein lieber und natürlicher Mensch", schwärmt Berger von seinem berühmten Gast.
Von der spontanen Idee ein eigenes Kochbuch zu gestalten, war Berger sofort Feuer und Flamme. Das Buch mit dem Titel "Opatija Riviera - eine Genussreise mit Küchenchef Arthur Berger" ist nämlich mehr als nur ein Kochbuch. Es ist mit vielen Runduminformationen gespickt. Die Geschichte sowie die Entstehung von Opatija, als auch die K. u. K. Zeit ist ebenso zu nachzulesen, wie ein kleiner Reiseführer, der die typischen Produkte der Region sowie Ausflugstipps beinhaltet. "Außerdem erhält der Leser einen Einblick hinter die Kulissen unseres Hotels. Drei wunderschöne Jahreszeiten-Menüs mit Rezepten und Bildern komplettieren das Buch sowie auch unsere Partnerbetriebe", schmökert der Osttiroler, dessen Arbeitgeber in Kroatien wie schon im Salzburgerhof die Familie Holleis aus Zell am See ist.
Arbeit im Paradies
"Mit einem Arbeitsplatz direkt am Meer fühlt sich jeder Koch wie im Paradies", schätzt der Osttiroler seinen Arbeitsplatz direkt am Meer: "Das Arbeiten mit Produkten aus dem Adriatischen Meer macht mir einfach viel Freude", fährt Berger fort, der sich persönlich als "Meertyp" bezeichnet und das milde Klima, die Vegetation sowie die kleinen Orte genießt. "Die Freizeit kann man hier viel intensiver nützen", so der Küchenchef, der sich oberhalb von Opatija in wunderschöner Lage niedergelassen hat.
In seiner spärlichen Freizeit erkundet er am liebsten die Gegend, geht an den Strand oder fährt auf die vorgelagerten Inseln. "Mit einem Bauer gehe ich auch gerne Trüffel suchen", gibt Berger Einblick in die kulinarische Vielfalt der Region und betont, dass es rund um Opatija wunderschön ist: "Die meisten Leute wissen das nur nicht."
Den Großteil des Jahreskreislaufes verbringt der Virger in Kroatien. In der restlichen Zeit stattet er Freunden in Zell am See einen Besuch ab, sowie seiner Heimatgemeinde Virgen: "Osttirol ist mein Zuhause. Dort bin ich geboren und aufgewachsen", so Berger, der auf einem Bergbauernhof groß geworden ist: "Dort zieht es mich immer wieder hin. Meine Geschwister leben auch in Virgen und wir verstehen uns prima", berichtet der Koch, auf den die Berge nach wie vor ihre Anziehungskraft haben.
Heimische Schmankerln
Aus Osttirol vermisst er seine Familie und natürlich die heimischen Schmankerln wie Schlipfkrapfen oder "ingesante Nigelan" sowie das Brauchtum, das gute Trinkwasser sowie den Dialekt. "Ob ich für immer in Kroatien bleiben möchte, das kann ich nicht sagen. Aber man weiß ja nie, was sich ergibt. Sollte sich mal etwas Interessantes in Osttirol auftun, würde mich das auch reizen", so der 47-Jährige.
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