Countdown für Liftvergabe in St. Jakob läuft
Die Frist zur Angebotslegung für Erwerb der Bergbahnen endete am Freitag. Über Anbieter wird eisern geschwiegen. Die Spannung steigt.

Foto © St. Jakob
Die Zeit ist abgelaufen: Interessenten an den Bergbahnen St. Jakob hatten bis Freitag, den 19. März, 24 Uhr, die Möglichkeit, Angebote zu legen. Adressat war Masseverwalter Stefan Geiler. Der Jurist macht nach Ablauf der Frist keinerlei Anstalten, über das Bieterverfahren zu plaudern. Namen werden von ihm schon gar nicht genannt. Nicht einmal eine Zahl der Anbieter kommt über seine Lippen: "Da würde ich ja das Verfahren ad absurdum führen." Geiler geht zumindest nicht davon aus, dass es keinen Käufer geben könnte.
Geänderte Voraussetzungen
Heinz Schultz wurde bereits vor aber auch nach dem Konkurs der Brunnalm Bergbahnen als "Übernehmer" ins Spiel gebracht. Inzwischen haben sich in St. Jakob die politischen Voraussetzungen verändert. Mit Gerald Hauser (FPÖ) als Bürgermeister dürfte das Terrain für Schultz wesentlich schwieriger geworden sein.
Gegenüber der Kleinen Zeitung sagte der Zillertaler noch am Donnerstag, den 18. März: "Bis zum heutigen Tag gibt es von mir kein Offert für die St. Jakober Lifte. Das stimmt 100-prozentig". Ob er am Tag danach, am Freitag, doch noch zugeschlagen hat, wird sich weisen. "Sollte ich dann zum Bieterkreis gehören, darf ich das nicht sagen, weil ich zum Schweigen verpflichtet bin". So weit, so kryptisch . . .
Als Interessent an den St. Jakober Liften gilt auch der Brixentaler Anton Pletzer. Auf ihn baut vor allem der neue Bürgermeister Hauser, der eine Osttiroler sprich Deferegger Lösung präferiert. "Ich habe am Mittwoch ein persönliches Gespräch mit Pletzer geführt", sagt Hauser. Der St. Jakober Bürgermeister ist sich sicher, dass "sein Wunschkandidat" für den Kauf der Bahnen konkret angeboten hat. Bereits am Montag will Hauser beim Masseverwalter vorstellig werden und Interessen deponieren.
Kein großes Griss
Auch Osttirols Tourismuschef Franz Theurl hofft auf eine "osttirolverträgliche" Lösung. "Nicht Ertragsoptimierung soll künftig im Vordergrund stehen, die Infrastruktur muss der Wirtschaft dienen", sagte Theurl bei der Vollversammlung des Tourismusverbandes Osttirol.
Das Griss um die Lifte scheint so gesehen, nicht sehr groß. In heimischen Wirtschaftskreisen wird man trotzdem das Gefühl nicht los, dass hinter dem Konkurs einer "gesunden Bergbahn" eine Strategie stecken müsse. Darin fühlte man sich bestätigt, als die Bewertung der Lifte im Konkursverfahren ergab: Die Aktiva sind höher als die Passiva (wir berichteten exklusiv).
Gespannt ist man auch, wie sich die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) als Gläubigerbank im Bieterverfahren verhält. In Sachen Brunnalm Bergbahnen ist also insgesamt für Spannung gesorgt. Nach Angebotseröffnung werden die Offerte auf Seriosität geprüft und zur Vorlage im Gläubigerausschuss vorbereitet.















