Der Gefoppte
Ist es Feigheit vor dem Feind, oder nur die Angst des Kaninchens vor der Schlange? Diesen Eindruck erwecken manch seltsame Koppelungen von Listen in den Osttiroler Gemeinden. In Sillian zum Beispiel rittern vier Kandidaten um den Einzug in den Gemeinderat. Das Bürgermeisteramt strebt außer dem amtierenden ÖVP-ler Erwin Schiffmann keiner an. Weder Hermann Mitteregger von der "Bürgerliste", noch Armin Lener von den "Unabhängigen", schon gar nicht der Freiheitliche Herbert Simoner. Warum eigentlich nicht? Dieses Trio hat sich aber zur vereinten Opposition gekoppelt. In einer Demokratie sind solche Spielchen durchaus legitim. Sie verhindern, dass eine Liste ihre Stimmen verliert, wenn sie nicht die erforderliche Wahlzahl erreicht. Damit ist keine Stimme "für die Fisch" und der einzig Interessierte am Bürgermeisteramt - wie in Sillian - der Gefoppte. Denn er darf die Marktgemeinde in schwierigen Zeiten steuern, das Ruder wollen aber andere in der Gemeindestube in die Hand nehmen.
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