Drau bereitet weiter Sorgen
Aufräumarbeiten in Leisach laufen auf Hochtouren weiter. Der strenge Winter im Vorjahr dürfte den Erdrutsch ausgelöst haben.

Foto © Hatz
Der Erdrutsch vom vergangenen Samstag hat die Aufräumtrupps an die Grenzen des Erträglichen gebracht. Seit Freitag Abend, 19 Uhr, ist die Drautalstraße (B 100) in Leisach wieder einspurig passierbar.
Auch der Schwer- und Reiseverkehr wird über die Behelfsbrücke gelotst. Möglich gemacht haben dies die Arbeiter des Baubezirksamtes, der Osttiroler Frächter, Pioniere des Heeres, Feuerwehrleute, Polizei und Harald Haider, Leiter des Baubezirksamtes Lienz. 3500 Lkw-Fahrten transportierten bisher 35.000 Kubikmeter Geröll oberhalb der Drau ab. Noch liegen 10.000 Kubikmeter Geröll entlang der Drau und 5000 Kubikmeter im Flussbett. "Der Hang hat sich beruhigt und ist sicher", sagt Haider.
Ursache: Schneeschmelze
Als Ursache des gewaltigen Erdrutsches schließen Experten und Geologen das nahe Schotterwerk dezidiert aus. Vielmehr dürfte sich unter dem Hang nach den Schneemassen des Vorwinters ein See gebildet haben, der jetzt die Naturkatastrophe auslöste. Bezirkshauptmann Paul Wöll: "Ein Fehlverhalten des Schotterwerk-Betreibers ist nicht zu erkennen." Während die Ursachenforschung weniger Kopfzerbrechen bereitet, dürften weitere Aufräumarbeiten zum Kosten- und Zeitfaktor werden. 800.000 Euro an Schaden dürfte der Erdrutsch verursacht und eine Million Kubikmeter an Erdmasse in Bewegung gebracht haben. Haider: "Unser vorrangiges Ziel ist es, die Drau wieder ins Flussbett zu bringen." Dafür muss dieses sogar um zwei Meter erhöht werden und eine neue Ufermauer bekommen.















