Im Dienste des Herrn hilft er in Zimbabwe
Pater Gabriel alias Hubert Kleinlercher aus St. Veit im Defereggental kämpft seit 48 Jahren in Zimbabwe, Afrika, gegen Aberglauben, Hunger und Armut und setzt sich für eine bessere Ausbildung ein.

Foto © PrivatMit seinem Jeep überwindet der Osttiroler Pater Gabriel die Rumpelpisten in seiner Wirkungsstätte in Zimbabwe, wo er seit 48 Jahren tätig ist
Der Glaube führte den Deferegger Hubert Kleinlercher vor 48 Jahren auf den schwarzen Kontinent. Seither wirkt Pater Gabriel, der in St. Veit im Defereggental aufgewachsen ist, als Missionar in Zimbabwe (früher Rhodesien) im Süden Afrikas. Der 82-Jährige gehört dem Mariannhiller Orden an.
Dort, wo die Not am größten ist, leistet der Osttiroler seit über vier Jahrzehnten Entwicklungsarbeit. Nach dem erfolgreichen Aufbau der Missionsstation "Minda I", in welcher ein Kindergarten, eine Volksschule, eine Mittelschule sowie eine Ausbildungsstätte für Aids-Waisen installiert sind, bastelt der bald 83-Jährige an der Umsetzung von "Minda II". Wenn es die politische und wirtschaftliche Lage zulässt, sollen dort unter anderem eine Schule, ein Pfarrhaus und eine Kirche entstehen.
"Nach wie vor sind wir bestrebt, dass die Missionsstation ausgebaut und verbessert wird, um weiteren Kindern und Jugendlichen eine Möglichkeit der Schulausbildung anzubieten", berichtet Pater Gabriel, der 1955 seinen Beruf als Volksschullehrer nach acht Jahren an den Nagel hing, um Theologie zu studieren. Am 7. Juli 1962 feierte er in seinem Heimatort St. Veit Primiz. Nur wenige Monate später, im November, ging er in die Mission nach Afrika. Die Umsetzung des neuen Missionsprojektes ist schwierig, da das Bauen derzeit aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise nicht möglich ist. "Wir hoffen, dass es in zwei Jahren so weit ist. Dazu brauchen wir noch ein Grundstück in der Umgebung, um auch für die notwendige Infrastruktur entsprechend Platz zu haben", so der Missionar, der trotz der schwierigen Verhandlungen nicht aufgeben wird.
Beschränkte Nahrungsmittel
Ein zusätzliches Problem zu Armut, Arbeitslosigkeit und Aids, stellt nach wie vor die unsichere politische Lage und die hohe Inflation dar. "Leider gibt es weithin nur beschränkt Grundnahrungsmittel zu kaufen und wenn, dann nur zu horrenden Preisen. So bin ich auf meine Kollegen und Landsleute in den benachbarten Anrainerstaaten angewiesen, die erforderlichen Mengen an Lebensmitteln kaufen zu können", berichtet der Deferegger, der den größten Kampf gegen den Aberglauben und die überkommenen Überzeugungen der Tradition zu führen hat. Gerade um die Weihnachtsfeiertag war er ständig unterwegs, um den Gläubigen Christen vor Ort die "frohe Botschaft der Menschwerdung Christi" zu verkünden.
"Gott sei Dank erlaubt es mir meine Gesundheit, dass ich selbst noch viele Haus- und Krankenbesuche in meiner Pfarrei machen kann", ist Pater Gabriel zufrieden, der sich vor drei Jahren einer schweren Operation unterziehen musste. Der 83-Jährige ist nach wie vor sehr aktiv und besucht seine Außenstationen für Messen und Krankenbesuche beziehungsweise Behördengänge. Ein Ziel seiner Missionarsarbeit ist nach wie vor, dass die Armut bekämpft wird und dass er seinen Leuten einmal pro Tag ein warmes Essen anbieten kann. Der Mann Gottes liebt die Musik, vor allem Mozart hat es ihm angetan.
Besuch in der Heimat
Auch für seinen Humor ist der Osttiroler bekannt, der, wie es momentan aussieht, im Sommer wieder für einige Wochen in seine Heimat kommt. "Zuhause werde ich meine routinemäßigen Gesundheitsuntersuchungen durchführen lassen und, sofern es die Gesundheit erlaubt, auch einige Pfarreien und Bekannte besuchen", freut sich der Deferegger auf seinen Abstecher in Osttirol. Der Spätberufene wird für seine Mission auch immer wieder von heimischen Spendern unterstützt.
Trotz seiner fast 50-jährigen Abwesenheit hofft Pater Gabriel, dass die Osttiroler Bevölkerung nicht ganz auf ihn vergisst. "Ich möchte mich bei allen Osttirolern für die Unterstützung bedanken, ohne diese könnten wir unser Hilfsprojekt nicht weiterführen. Gleichzeitig bitte ich im Namen unserer Hilfsbedürftigen weiterhin um wohlwollende Unterstützung", so der 82-Jährige, dessen Mission noch lange nicht erfüllt ist. Aus seiner Heimat vermisst der Deferegger laut eigenen Angaben nichts: "Es mag sein, dass sich das ändert. Ich fühle mich hier in Afrika zuhause, weil ich mich hier angenommen und geachtet weiß, benötigt, geschätzt und gemocht fühle. Der Priester hat hier einen größeren Stellenwert im Alltagsleben als daheim." Die Menschen sind innerlich geistlicher ausgerichtet. "Den meisten kommt Gott notwendig vor, nicht überflüssig. Der Priester ist ein Mann Gottes. Daheim ist er in der Krise, deshalb gibt es auch den Mangel an geistlichen Berufen."
Features
Mithilfe
Ein Spendenkonto für die Mission von Pater Gabriel ist bei der Raika Defereggental eingerichtet. Kontonummer 123497, Bankleitzahl 36367
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