Vier Alpinisten hielten Rettungskräfte in Atem
Vier Salzburger Bergsteiger forderten bei Aufstieg zum Großglockner zweimal Flugrettung an. Osttiroler Einsatzkräfte sprechen von Unvernunft und Provokation.

Foto © kk/PolizeiTeam der Libelle Innsbruck holte mit Taubergung drei Salzburger aus dem Stüdlgrat
Viereinhalb Stunden brauchten vier Salzburger (39, 37, 24 und 49 Jahre alt) am Sonntag, um vom Lucknerhaus in Kals bis zum Einstieg in den Stüdlgrat zu gelangen. Ihre "Winterbesteigung" des Großglockners stellte sich als äußerst schwierig heraus.
Tiefschnee und vereiste Felsen forderten schließlich gegen 13 Uhr am Frühstücksplatzl (3550 Meter) das erste Opfer aus dem Quartett. Der 40-Jährige konnte wegen Kreislaufschwäche und starken Knieschmerzen nicht mehr weiter. Per Handy setzten die Salzburger einen Notruf ab.
ÖAMTC-Hubschrauber C7 holte den geschwächten Kameraden aus dem Grat. Trotz der widrigen Verhältnisse und der fortgeschrittenen Uhrzeit setzten die Salzburger nun als Trio ihren Aufstieg fort. Sie kamen sehr langsam voran und blieben nach 17 Uhr sprichwörtlich rund 70 Meter unterhalb des Gipfels im hüfthohen Schnee stecken.
Taubergung mit "Libelle"
Es war Nacht geworden. Einer der Bergsteiger griff zum Handy und - setzte einen Notruf ab. An einen Flugeinsatz war vorerst nicht zu denken. "Das ÖAMTC-Team hatte strikte Weisung, nicht mehr zu fliegen", sagte Franz Franzeskon, Leiter der Alpinpolizei Lienz. Nach mehreren Gesprächen war die Besatzung des Innenministerium-Hubschraubers "Libelle" Innsbruck bereit zu einem Nachtflug. Kalser Bergretter sollten zur Adlersruhe geflogen werden, um die Salzburger aus dem Berg zu holen. Doch es kam anders. Beim Flug nach Osttirol erkundete und nützte die Libelle-Crew die Verhältnisse, holte das Trio mit dem 20-Meter-Tau aus der misslichen Lage und flog es nach Matrei aus. Ende der Aktion war um 21 Uhr. Bei den heimischen Einsatzkräften hatte sich wegen dem Verhalten der Salzburger, von denen angeblich alle vier alpine Ausbildung haben, der Ärger aufgestaut.
"Was die geleistet haben, ist Provokation", urteilte Franz Holzer, Einsatzleiter der Kalser Bergrettung. Für ihn steht fest: "Die haben gewusst, dass sich der Gipfel nie ausgeht. Aber ja. Dann greift man eben zum Handy und lässt sich herausholen. So etwas darf nicht Schule machen".















