Hibler übernimmt mit Kantersieg ÖVP-Spitze
Mit 97,71 Prozent Zustimmung stieg Johannes Hibler als Bezirksparteiobmann der ÖVP gestern in die Fußstapfen von Andreas Köll. Bezirkspolitik wollen sie künftig gemeinsam machen. Platter hielt ein Referat mit Feuer.

Foto © HatzDarf sich über 97,71 Prozent der Stimmen freuen: Johannes Hibler ist der neue ÖVP Obmann in Osttirol
Der Weg an die Spitze der Bezirkspartei war für den Lienzer Bürgermeister Johannes Hibler geebnet. Offen war nur, wie viel Akzeptanz er als Nachfolger von Andreas Köll als Osttiroler ÖVP-Obmann findet.
Und sie ist hoch: Das wusste man spätestens, als gestern im Kolpingsaal in Lienz das Wahlergebnis bekannt wurde: 97,71 Prozent, 128 von 131 Delegiertenstimmen. Darauf folgten Standing Ovations für Hibler, der sich noch im Spätsommer als Nachfolger von Köll geziert hatte. Vor dem gestrigen Wahlgang rückten sowohl Hibler als auch Köll die Osttiroler Volkspartei ins Licht. "Wir sind die Partei, die Verantwortung für Osttirol trägt", sagte der "kommende" Obmann. Der "scheidende" Bezirksparteichef zitierte Projekte, mit denen Osttirol nach dem Zweiten Weltkrieg den Anschluss gefunden hat. "Dabei möchte ich aber nicht alle Projekte für die Volkspartei vereinnahmen", so Köll. "Doch, wo wäre Osttirol ohne die Felbertauernstraße, ohne Liebherr, ohne Tourismuspioniere?"
Impulsgeber für die Obmann-Wahl war Landeshauptmann und Landesparteichef Günther Platter. Er referierte so, wie man Platter in Osttirol bisher nicht kannte - feurig und emotional. "Es ist heuer darüber zu reden, was für Osttirol das Wichtigste ist. Die Seilbahngrundsätze gehören dazu, die Pendlerproblematik, die Weiterentwicklung des Bezirkes im Tourismus", formulierte der Tiroler ÖVP-Chef.
Applaus für Platter
Nicht übergangen wurde das Thema Asylzentrum. "Mit einem Landeshauptmann Platter und einem Bürgermeister Hibler wird es ein solches in Lienz nicht geben", polterte er. Dafür gab es Applaus. Platter merkte Erfreuliches an: "Osttirol hat sich im Vorjahr bei den Arbeitslosenzahlen am besten von allen Tiroler Bezirken behauptet." Platters Appell, mit der Wahl von Hibler die Glaubwürdigkeit der ÖVP in Osttirol zu untermauern, ging - wie das Wahlergebnis zeigte - nicht ins Leere. Bezirkspolitik wollen Hibler und Abgeordneter Köll künftig gemeinsam machen. Rivalitäten zwischen Lienz und Matrei sollen ein Ende haben. Hibler formulierte es so: "Lienz gegen Matrei ist nicht Simmering gegen Kapfenberg."















