Paul Wöll geht in Pension
Bezirkshauptmann hat noch nicht um seinen Ruhestand angesucht. Aber: Gemeinderatswahlen 2010 sollen krönender Abschluss sein.

Foto © HatzBezirkshauptmann Paul Wöll geht nach zehn Jahren in Pension
Hat er sein Pensionsansuchen schon gestellt, oder hat er noch nicht? "Offiziell liegt bei uns noch keines von Bezirkshauptmann Paul Wöll vor", sagt Leiterin Barbara Ellenhuber aus dem Büro von Christian Switak, der für die Beamten in den Bezirkshauptmannschaften zuständig ist. Der bekennende Schütze Wöll wurde von der Landesregierung bis 30. Juni 2010 bestellt. Seinen Amtsanstritt hatte Wöll, der aus Oberhofen (Nordtirol) stammt, im Frühjahr Jahr 2000. Als Nachfolger des eher "bürgerfernen" Herbert Kunz lag die Latte für Paul Wöll nicht besonders hoch. Unter seiner Regentschaft wurden aber starre Strukturen im Amt eingeführt, kein Stein blieb auf dem anderen stehen und das Sagen hatte nur mehr Wöll.
Strenge Amtsführung
Öffentliche Stellungnahmen dürfen, außer die Amtsärzte in den Gesundheitsabteilungen, keine Referatsleiter mehr abgeben.
Was Vorgänger Kunz völlig ignorierte, wurde für Bezirkshauptmann Paul Wöll zum Steckenpferd: Die persönliche Überreichung der Ehrengaben des Landes an Osttiroler Paare, die seit vielen Jahrzehnten verheiratet sind. Da wird auch jeder Termin exakt auf die Bedürfnisse des höchsten Beamten im Bezirk abgestimmt. Für österreichweites Aufsehen sorgte er im Spätsommer 2008 mit seiner Generalamnesty für Raser auf der Felbertauernstraße. Wöll ordnete die Einstellung von über 1000 Anonymstrafverfahren wegen Geschwindigkeitsübertretungen an.
Wollte Wöll vorerst schon mit Jahresbeginn mit dem Abbau seines Urlaubes beginnen und sich vom operativen Geschäft zurückziehen, will er jetzt den kommunalen Urnengang am 14. März, beziehungsweise mögliche Bürgermeister-Stichwahlen 14 Tage später noch leiten. Dann soll im April Schluss mit Bezirkshauptmann sein. Offiziell wollte Wöll seine bevorstehende Pensionierung nicht kommentieren. Über Chefsekretärin Rosalinde Seiwald richtete er aus: Der Terminkalender sei noch "bummvoll".















