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Zuletzt aktualisiert: 17.10.2009 um 21:31 UhrKommentare

Ihr Herz schlägt seit Jahren für die Schweiz

Die gebürtige Matreierin Angelika Eid-Jesacher verließ vor 24 Jahren Osttirol. Als Familienmanagerin lebt sie mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Wattwil im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Seit 1990 ist sie auch Schweizer Staatsbürgerin.

Die gebürtige Matreierin Angelika Eid-Jesacher hat in der Schweiz eine neue Heimat gefunden

Foto © PrivatDie gebürtige Matreierin Angelika Eid-Jesacher hat in der Schweiz eine neue Heimat gefunden

Das erste Mal Schweizer Boden betrat die gebürtige Matreierin Angelika Eid-Jesacher im Jahr 1984. Mittlerweile lebt die heute 42-Jährige seit 24 Jahren in der benachbarten Alpenrepublik. Mit ihrem Mann Dario Eid und ihren drei Kindern wohnt sie in Wattwil im Kanton Sankt Gallen in der Schweiz.

"Mit 18 Jahren habe ich mich entschlossen, im Kanton Graubünden als Kellnerin zu arbeiten", blickt die Auslandsosttirolerin an ihre Anfänge zurück. Zu diesem Zeitpunkt musste sie in ihrer Heimat ihre Lehre als Lagerhalterin abbrechen, da die Firma in Konkurs ging. Da die junge Matreierin keinen geeigneten Arbeitsplatz in Osttirol finden konnte, verdiente sie vorerst im Gastgewerbe im Tiroler Stubaital ihr Geld, bevor sie den Schritt über die Grenze wagte.

Von Stammgästen getauft

"Am ersten Arbeitstag im Restaurant Schwert in Andeer wurde ich von einigen Stammgästen in den Dorfbrunnen geworden und somit getauft", erinnert sich die Auswanderin, die nach rund neun Monaten im Bündnerland wieder ihre Koffer packte und vorübergehend nach Matrei heimkehrte, noch ganz genau an die ersten Tage bei den Eidgenossen. "Meine Schwester Irmi hat mich dann überredet, wieder mit ihr in die Schweiz zu kommen, um ein paar Wochen als Serviertochter in der Fasnacht zu kellnern", berichtet die dreifache Mutter. Gesagt, getan. Da lernte sie ihren Mann Dario kennen und lieben.

Schritt vor den Traualtar

Ein halbes Jahr später traten die beiden vor den Traualtar und für die Osttirolerin begann damit ein neuer Lebensabschnitt. Auch der Familiennachwuchs ließ nicht lange auf sich warten. Mit der Geburt ihres ersten Sohnes widmete sich Eid-Jesacher, die seit 1990 Schweizer Staatsbürgerin ist, voll und ganz ihrem Job als Hausfrau und Mutter. Sohn Stephan ist heute 23 Jahre alt, Yannick Sören 20 und Svenja Maria zählt 16 Lenze. "Ich habe einige Jahre als Tagesmutter gearbeitet. Später habe ich als Spielgruppenleiterin mein Geld verdient", berichtet die Familienmanagerin, wie sie sich selbst nennt. Sie wohnt mittlerweile schon länger in der "Schwiiz" als in Osttirol und kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr so viel arbeiten. "Ich habe meinen Entschluss, in die Schweiz zu gehen, noch nicht bereut. Ich habe wohlgeratene Kinder und ich habe hier nette Freunde und viele Bekannte", so Eid-Jesacher, die mit ihren Geschwistern in der Heimat äußerst regen Kontakt hält.

Volles Haus

Die 42-Jährige genießt ihr ländliches Leben in einem so genannten Toggenburgerhaus. Nebenan befindet sich ein Bauernhaus mit Lamas, Kühen, Schafen und Pferden. Ein paar Mal im Jahr gastieren Circus Knie, Circus Royal oder der Circus Stey auf der Wiese des benachbarten Bauern. "Wir haben immer eine offene Tür. An den Wochenenden ist bei uns meistens volles Haus angesagt. Die Freunde der Kinder halten sich regelmäßig bei uns auf", gewährt sie Einblick in ihr Familienleben. Sie selbst begibt sich gern auf Reisen nach Stuttgart, um Freunde zu besuchen. "In meiner Freizeit lese ich viel, beschäftige mich mit unserem Hund, koche gerne oder unterhalte mich mit Freunden", erzählt die Auslandsosttirolerin, die immer und überall ihre Kamera mit dabei hat und alles fotografiert, was ihr vor die Linse kommt.

Nur noch zu Besuch

"Die Schweiz sehe ich mittlerweile als meine Heimat an. Große Unterschiede zur österreichischen Landschaft und Mentalität kann ich hier nicht feststellen. Was mir aber außerordentlich gut gefällt, ist, dass wir nicht in der Europäischen Union sind und dass wir als Volk über alles abstimmen können", so die gebürtige Iseltalerin, die nicht dauerhaft in ihre alte Heimat Osttirol zurückkehren möchte, aber immer wieder gerne ihren lieben Verwandten zu Hause einen kurzen Besuch abstattet.

KRISTINA PRANTER-KREUZER

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