Ein Bau spielt alle Stückeln
Neuer Recyclinghof Virgen wird moderner Zweckbau, der seinesgleichen sucht. Die Investitionskosten: 1,5 Millionen Euro.

Foto © RuggenthalerFirstfeier als Dank an Bauarbeiter: Dietmar Ruggenthaler, Bernd Wibmner, Johann Ruggenthaler und Recyclinghof-Architekt Anton Mariacher
Was in Virgen den Namen "neuer Recyclinghof" trägt, geht weit über Müllablieferung hinaus. Der Zweckbau südwestlich des Ortes wird auch Heimat für den Bauhof, der bisher verstreut im Dorf untergebracht ist. Weiters wurde im Gebäude Raum für eine regionale Obstpressanlage geschaffen. 45.000 Kilo Äpfel fallen in der Region Virgen-Prägraten-Matrei im Jahr an. Sie sollen in Virgen über Betreiben des Obst- und Gartenbauvereines zu Saft zu werden.
Raum entsteht im Recyclinghof auch für eine Fleischverarbeitungsabteilung. Geheizt wird das Haus mit Erdwärme. Dazu laufen noch Verhandlungen für eine Photovoltaikanlage zur Stromversorgung. In Betrieb geht der Zweckbau Ende November. Getrennten Müll entsorgen wird dann für die Bürger eine feine Sache. Per Auto kann direkt in den überdachten Recyclinghof eingefahren werden. Ohne Recken und Strecken wirft man den Müll in Großcontainer.
Zwischen Kür und Pflicht
Das Entsorgte wird laut Bürgermeister Dietmar Ruggenthaler nachsortiert, da aus diversen Materialien Erlöse möglich sind. Auch einen Recyclingflohmarkt soll es geben. Die Investition für den modernsten Recyclinghof Osttirols beträgt 1,5 Millionen Euro netto. Acht Entwürfe waren notwendig, bis das Projekt Bau- und Finanzierungsreife hatte. "Wir standen im Gemeinderat vor der Entscheidung, das Vereinshaus umzubauen oder zu erneuern oder den Recyclinghof zu bauen", sagte der Bürgermeister, der kürzlich zum Dank an die Bauarbeiter zur Firstfeier auf die Baustelle lud. Das Vereinshaus wäre Kür gewesen, der Recyclinghof Pflicht. Er hob bei der Feier hervor, dass antizyklisch agiert werde: "Wir investieren in schlechten Wirtschaftszeiten."













