Osttirol: Riss im Solidaritätspakt
Nußdorf-Debant, größter Profiteur vom Tourismus im Bezirk, hält den Gemeindebeitrag für Osttirol-Werbung zurück. Das sorgt für Kritik.
Nußdorf-Debant ist derzeit nicht bereit, den Gemeindebeitrag für das laufende Jahr an die Osttirol-Werbung zu zahlen. Bürgermeister Andreas Pfurner hat dafür eine simple Begründung: "Wir wollen wissen, wie es mit der Werbeeffizienz der Osttirol-Werbung aussieht." Von Franz Theurl, dem Chef der Werbeinstitution, erwartet sich der Gemeinderat von Nußdorf-Debant in einer der nächsten Sitzungen detaillierte Auskünfte über die Wirksamkeit der Werbearbeit. Das Zurückbehalten des Gemeindebeitrages -6900 Euro - kam bei Theurl nicht gut an. "Ich war schon zweimal im Gemeinderat von Nußdorf-Debant aufklärend tätig, ich gehe auch noch ein drittes Mal dorthin", sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Osttirol-Werbung.
Unberechtigte Frage
Dann wird Theurl emotional: "Die Frage, was tut die Osttirol-Werbung für die Debant, ist wirklich weit hergeholt. Osttirol war im Winter 2009/10 beste Destination von Österreich und Südtirol. Ebenso dürfte es im heurigen Sommer sein - und Nußdorf-Debant ist jene Gemeinde im Bezirk, die durch ihre Handels- und Gewerbestruktur vom Tourismus am meisten profitiert. Alles kauft dort ein." Die Haltung Pfurners regt auch anderweitig auf: Seit 19 Jahren zahlen alle 33 Gemeinden ihren Solidaritätsbeitrag über Einwohnerschlüssel an die Osttirol-Werbung.
"Schert jetzt einer aus, gibt es einen Riss im Solidaritätspakt, denn es gilt die Devise alle oder keiner", so Theurl, der hinter dem Vorgehen Pfurners eine Aktion gegen sich vermutet. "Mit dem Spielchen schadet man aber nicht mir, sondern der Osttirol-Werbung." Zur Ergänzung: Auch Iselsberg behält den Beitrag vorerst zurück.














