"Es gab Attacke auf die Roma"
Jetzt kommt immer mehr Licht in die nächtlichen Übergriffe auf Roma und Sinti in der Osttiroler Gemeinde Ainet. Bürgermeister Karl Poppeller bestätigte der Kleinen Zeitung, was Anfang August 2009 in seiner Heimatgemeinde vorgefallen ist (wir haben exklusiv berichtet). "Ich möchte darüber mein tiefstes Bedauern zum Ausdruck bringen", sagt Poppeller.
Am Vortag des 1. August sei ein Vertreter des fahrenden Volkes aus Frankreich im Gemeindeamt vorstellig geworden. Gegen eine Kaution von 500 Euro wurde den Roma und Sinti mit ihren 13 Wohnwägen ein Feld Nahe des Sportplatzes zugewiesen. Nur eine Nacht wollten die Männer und Frauen mit ihren kleinen Kindern auf diesem Areal verbringen.
Am selben Abend richtete die örtliche Sportunion ein internes Fest für die Jugend mit einer Kärntner Rockband dort aus. Poppeller: "Irgendwie hat sich die Stimmung immer mehr aufgeschaukelt und einige Jugendliche, die nicht alle aus unserer Gemeinde stammen, haben an Türen und Fenster der Wohnwägen getrommelt." Dabei ging auch eine Scheibe zu Bruch. Aus Angst vor weiteren Übergriffen wurde die Polizei in Lienz zu Hilfe gerufen und die Gruppe zum Stellplatz auf das Bahnhofsareal in Lienz eskortiert. Gemeindechef Poppeller: "Am nächsten Morgen habe ich mich mit dem Obmann unserer Sportunion bei den Roma entschuldigt." Eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle von Anfang August verlangen der Romano Centro-Verein für Roma in Wien, die Initiative SOS-Mitmensch und Sepp Brugger, Sprecher der Osttiroler Grünen.









